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Verbände sind (brauchen) Verbündete

Die Rolle der Kinder- und Jugendverbände bei der Bildung von Pastoralverbünden

Zweifelsohne: Durch die territoriale Umschreibung der Pastoralverbünde sind auch die Jugendverbände herausgefordert den pastoralen Raum neu zu beleuchten. Die Jugendverbände wollen auf den unterschiedlichen Ebenen dazu ihren Beitrag leisten. Jedoch schwingen auf diesem Hintergrund auch verdeckte Ängste und Unsicherheiten bei Verantwortlichen, aber auch bei ganz konkreten Fragen mit.
"Wie funktioniert ein Pastoralverbund? Welche Auswirkungen hat er auf unsere Gemeinde? Wie wird sich unser Jugendverband in ihm wiederfinden? Was müssen Verantwortliche in der Jugendarbeit alles leisten? Wer wird für die Jugendarbeit zuständig sein? Wie werden zukünftige Verantwortliche ausgebildet, die bereit sind die geistliche Begleitung zu übernehmen? Wird es in Zukunft noch Priester in unseren Verbänden geben? Wird die Unterstützung durch Hauptamtliche geringer? Sind die von der Gemeindestruktur losgelösten Verbände die ersten, die aus der pastoralen Planung herausfallen? Gibt es für die Verantwortlichen in der Jugendarbeit neben der Anforderung zur Mitarbeit auch die Möglichkeit der Mitbestimmung in den Pastoralverbünden? Werden die Jugendverbände auf den unterschiedlichen Ebenen in den Entwicklungsprozess einer zukünftigen Pastoral des Bistums eingebunden? Wird es neben den Strukturveränderungen auch inhaltliche Hilfen und Begleitung für die Kinder- und Jugendarbeit geben?"

Sie merken, wir sind mitten im Thema!

Als Jugendverbände sehen wir die Chance uns durch unsere Verbände selbstbewusst an diesem Gestaltungsprozess zu beteiligen, denn die Jugendverbände bringen eine Struktur mit, die sie mit der Pfarrgemeinde verbindet aber auch über sie hinausblicken lässt. Verbände 

schaffen Verbindung. Jugendverbände leben in der Wechselwirkung, auf die Gemeinde bezogen zu sein und über sie hinaus zu agieren. Somit ergänzen sie die territorialen Strukturen. Territorium der Verbände sind die Welt und die Gesellschaft. Die Jugendverbände verstehen sich als kirchliche Kraft in der Gesellschaft und als gesellschaftliche Kraft in der Kirche. Durch ihr eigenes Profil nehmen sie in unterschiedlichen Bereichen Verantwortung wahr.

Gerade die Jugendverbände verstehen sich als Anwalt und Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche vor Ort, in der Kommune, auf Landes- und Bundesebene und durch entwicklungspolitische Arbeit in weltweiten Bezügen. Durch ihre Arbeit bekommt der Glaube Hand und Fuß. Sie setzen sich ein für die Verbindung von Glaube und Leben. Sie schaffen Kontinuität und erreichen oft junge Menschen, die keinen Bezug zu Glaube und Kirche haben.

Der gelebte Glaube in den Jugendverbänden zeigt sich dabei in einer großen Vielfalt. Aus der gemeinschaftlichen Begegnung mit Gott bilden die Jugendverbände eine Kraft, die sich dem Auftrag Gottes stellt, sich dem Nächsten zuzuwenden und für Gerechtigkeit einzusetzen. Dabei lassen sich die Jugendverbände von der gesellschaftlichen Situation herausfordern. Im politischen Bereich, im Bildungs- und Erfahrungsbereich ergänzen die Verbände die territoriale Struktur unserer Kirche erfolgreich. Somit kann ihr Profil jeden Pastoralverbund bereichern. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es in den Jungendverbänden Probleme gibt, wie:

  • Finden wir genügend Verantwortliche, die Leitungs- und Verantwortungsaufgaben in der katholischen Jugendarbeit wahrnehmen können und wollen?
  • Wird es auch in Zukunft eine tragfähige Spiritualität in den Jugendverbänden geben?