.

Die Mönche sind zurück – Nach 450 Jahren erstes Benediktinerkloster Skandinaviens

Feierlich ziehen Mönche, Ordensschwestern und die versammelte Gemeinde durch die kleine Pforte. Allen voran Abt Adrian Lenglet. Der Benediktiner bringt das Allerheiligste in die Kapelle und das Ewige Licht entflammt: Jesus Christus zieht ein in das neue Kloster. Skandinaviens erstes männliches Benediktinerkloster seit der Reformation wurde am 21. März auf diese Weise seiner Bestimmung übergeben.

450 Jahre hat es gedauert, bis wieder Benediktinermönche sich mit einem eigenen Kloster in Schweden niederlassen können. Im südschwedischen Tomelilla, in Sichtweite des Benediktinerinnenklosters Mariavall, entstand binnen eines Jahres mit finanzieller Unterstützung durch das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe ein schlichter Klosterbau, ausgelegt für fünf Mönche. Zunächst ziehen jedoch nur ein Mönch und ein Oblate ein. Doch die Hoffnung ist groß, dass die fünf Klosterzellen sich schnell füllen. Immerhin legte der Orden das Kloster so an, dass es jederzeit ausgebaut werden kann.

Abt Lenglet am Altar der kleinen Kapelle: Jesus Christus hält Einzug
Abt Lenglet am Altar der kleinen Kapelle: Jesus Christus hält Einzug

Abt Lenglet weiht das Kloster
Abt Lenglet weiht das Kloster

„Was mich beeindruckt, ist der missionarische Geist des Pater Ingmar, das Vertrauen darauf, dass auch andere in Zukunft hier den Spuren Benedikts folgen werden“, berichtet Monsignore Georg Austen, der Geschäftsführer des Diaspora-Kommissariats, von seinen Eindrücken, die er bei der Einweihung des Klosters am Wochenende sammeln konnte. Monsignore Austen überbrachte zur Weihe auch die Glückwünsche des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken und überreichte im Namen des Diasporahilfswerkes Pater Ingmar eine Stola.

Pater Ingmar Svanteson, bislang der einzige Mönch im neuen Benedictuskloster
Pater Ingmar Svanteson, bislang der einzige Mönch im neuen Benedictuskloster

Hauptsächlich auf Betreiben von Pater Ingmar Svanteson hielt der Orden daran fest, das schon beim Bau des Frauenklosters 1991 angedachte Männerkloster tatsächlich umzusetzen. Ein mutiger Schritt. Denn leben im Frauenkloster 18 Schwestern und zwei Postulantinnen, ist die Kommunität der Männer, die schon seit 1986 in Schweden besteht, nicht gewachsen. Und doch, Pater Ingmar ist sich sicher: „Das Wichtigste bei uns wächst in der Stille“. Er strahlt damit eine Zuversicht aus, dass er nicht mehr lange das einzige Mitglied der Kommunität sein wird, der man nur gläubig folgen kann.

„Das Interesse an dem Kloster ist, trotz weitgehend säkularem Umfeld, in dem es kaum Katholiken gibt, immens groß“, bestätigt Monsignore Austen diese Zuversicht Pater Ingmars mit Fakten, „vor allem an der benediktinischen Spiritualität. Die Menschen suchen einen Ort des Gebetes, einen Ort, wo sie mit ihren Lebensfragen hinkommen und Orientierung und Tiefe im eigenen Leben finden.“ So ist es kaum ein Wunder, dass die wenigen Übernachtungsplätze in dem gerade erst eingeweihten Kloster stark nachgefragt sind.

Kloster im Bau: Das Benedictuskloster im Entstehen
Kloster im Bau: Das Benedictuskloster im Entstehen

Dabei bietet das Kloster, das die Diasporahilfe der deutschen Priester mit 300.000 Euro gefördert hat, alles andere als Komfort, sondern folgt pragmatischen Vorgaben. Zwei der typischen vier Seiten eines Klosters sind fertig gestellt: sie beherbergen die fünf einfachen Zellen, eine Kapelle, ein Beichtzimmer, ein Refektorium und eine Küche. Die beiden anderen Seiten sollen bei positiver Entwicklung in der Zukunft folgen. Sie sollen dann unter anderem eine Kirche und eine Bibliothek enthalten. Bislang garantiert ein Holzzaun entlang der fehlenden Seiten einen Klosterhof für die Klausur. 700.000 Euro kostete der Bau, mit 300.000 Euro bezuschusste das Diasporakommissariat, die Diasporahilfe der deutschen Priester, das Projekt.

Zwei Steine in der südwestlichen Ecke des Neubaus erinnern an die vorreformatorischen Mönchsklöster in der Region. Der eine Stein kommt vom nächstgelegene, ehemaligen Prämonstratenserkloster Tommarp/Tumathorp, das vor der Reformation 400 Jahre lang als geistliches Zentrum von Österlen diente. Der zweite Stein erinnert an das einzige mittelalterliche Benediktinerkloster Schonens, das Allerheiligenkloster in Lund. Daran will das Benediktuskloster in Tomelilla nun anknüpfen, das der Benediktinerabtei St. Benediktusberg im niederländischen Vaals unterstellt ist.

Ihr Abt Adrian Lenglet nahm deshalb auch die Einweihung vor, die einen besonders feierlichen Abschluss nahm. Monsignore Austen: „Es war schon ein besonderer Moment, als zum Abschluss der Segensfeier des Klosters zum ersten Mal die Glocke läutete und das Te Deum feierlich angestimmt wurde.“ Die Benediktiner sind zurück.

Interview zur Einweihung des neuen Benediktinerklosters in Tomelila MP3



Quelle: Bonifatiuswerk.de