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Diaspora-Betstunde zu Libori mahnt zu neuem Aufbruch

31.000 Gläubige, 30 Pfarrgemeinden, 40 aktive Priester, mit 9.700 Quadratkilometer so groß wie die (Erz-)Bistümer Köln und Aachen zusammen, so beschreibt Prälat Bernd Richter die Realität der Diaspora im Bistum Görlitz. Der Domkapitular der Diözese an der deutsch-polnischen Grenze predigt in der Betstunde für die Diaspora beim Libori-Fest im Hohen Dom zu Paderborn und macht deutlich, was katholisch zu leben in der Zerstreuung tatsächlich heißt.

Diaspora habe sich einst definiert, als Region, in der Katholiken in der Minderheit lebten während Protestanten die Mehrheit bildeten. „Auf das Gebiet der ehemaligen DDR und damit auch auf das Bistum Görlitz bezogen muss der Diasporabegriff heute anders umschrieben werden. Hier sind es mittlerweile die Christen insgesamt, die gegenüber den Nichtchristen die Minderheit bilden“, beschreibt Richter die Situation. Auf der Fläche seines Bistums machten die Christen gerade mal 16 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Das erfordere von den Katholiken eine ganz andere Herangehensweise, was die Glaubensweitergabe betreffe.

Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken, Monsignore Georg Austen, bezieht sich in seiner Einführung vor dem ausgesetzten allerheiligsten Altarsakrament auf das Motto des diesjährigen Liborifestes: „Wenn dein Kind dich morgen fragt…“ Auch er ist sich sicher: die Glaubensweitergabe entwickle sich zur zentralen Aufgabe der Katholiken in einer mehr und mehr entchristlichten Gesellschaft. Diese Situation erfordere die Solidarität, das Engagement der Gläubigen und die Verwurzelung im Gebet im Vertrauen auf den lebendigen Gott auch in traditionell katholisch geprägten Regionen wie in und um Paderborn, so Monsignore Austen. Die Worte der Lesung aus dem alttestamentlichen Buch des Propheten Haggai (1,1 ff.) verlangten einen solchen Aufbruch: „Ist etwa die Zeit gekommen, dass ihr in euren getäfelten Häusern wohnt, während dieses Haus in Trümmern liegt? Überlegt doch, wie es euch geht. Ihr habt viel erhofft und doch nur wenig geerntet. Warum wohl? - Weil mein Haus in Trümmern liegt, während jeder von euch für sein eigenes Haus rennt“, heißt es dazu in der Heiligen Schrift.

Reger Betrieb herrschte in den ersten drei Festtagen am Stand des Bonifatiuswerkes vor dem Paderborner Dom. Menschen aus dem Erzbistum und Gäste aus ganz Deutschland erkundigen sich hier über die fruchtbare Arbeit des Diasporahilfswerkes. Immer wieder kommen Gläubige aus Diasporaregionen und berichten über das katholische Leben dort. Sie zeigen sich dankbar, über die Unterstützung des Bonifatiuswerkes. Auch bischöfliche Prominenz stattete dem Stand vor dem Dom einen Besuch ab. So informierte sich der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode über die Entwicklung der Diasporahilfe und nutzte die Chance, sich mit einer Stecknadel auf der großen Bistumskarte zu verewigen. Mit Bruder John Paul Mary fand sich auch ein Überraschungsgast am Stand des Bonifatiuswerkes ein. Der Ordensmann ist das drittjüngste Kind der berühmten Kellyfamilie und hörte vor seinem Ordenseintritt auf den Namen Paddy Kelly. Der Ex-Popstar schloss sich der französischen St.-John-Gemeinschaft an und richtet nun sein Leben nach den evangelischen Räten aus - durch und durch ein Vorbild im Glauben.

Eindrücke vom Stand des Bonifatiuswerkes: Bischof Franz-Josef Bode, ...
Eindrücke vom Stand des Bonifatiuswerkes: Bischof Franz-Josef Bode, ...

Bruder John Paul Mary mit Monsignore Austen, ...
Bruder John Paul Mary mit Monsignore Austen, ...

sowie junge Familien und ...
sowie junge Familien und ...

viele Jugendliche positionierten eine Stecknadel auf der großen Bistumskarte.
viele Jugendliche positionierten eine Stecknadel auf der großen Bistumskarte.

Quelle: Bonifatiuswerk.de