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Bauhilfe und Unterstützung für die pastorale Arbeit – Finnen brauchen die Solidarität deutscher Katholiken

"Die katholische Kirche in Finnland ist auf die Hilfe aus Deutschland angewiesen", das spürte Monsignore Georg Austen sehr deutlich, als er in den vergangenen Tagen im Zuge der Bischofsweihe von Teemu Sippo wichtige Einrichtungen der Kirche in dem nordeuropäischen Land besuchte. "Ohne die Hilfe des Bonifatiuswerkes und des Diaspora-Kommissariates wäre hier vieles nicht möglich."

Monsignore Austen überreicht Bischof Sippo einen Glaubensrucksack des Bonifatiuswerk. Ein symbolisches Geschenk, das die Weggemeinschaft des Diasporahilfswerkes mit dem neuen Bischof zeigt.
Monsignore Austen überreicht Bischof Sippo einen Glaubensrucksack des Bonifatiuswerk. Ein symbolisches Geschenk, das die Weggemeinschaft des Diasporahilfswerkes mit dem neuen Bischof zeigt.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes von dem Jugend- und Exerzitienhaus Stella Maris in Koisjärvi, das etwas auf halber Strecke zwischen Helsinki und Turku inmitten einer herrlichen Naturlandschaft liegt. Stella Maris ist das einzige Bildungshaus der sehr kleinen Diaspora-Kirche Finnlands, zu der sich rund 10.000 Katholiken zählen. Somit finden fast alle größeren Versammlungen oder Tagungen dort statt. Regelmäßig kommen auch die katholischen Jugendlichen hierher zu Jugendcamps. Birgitten leben in dem mehrere Gebäude umfassenden Diözesan-Zentrum ihr Apostolat der Gastfreundschaft.

Die Kirche Stella Maris - von innen...
Die Kirche Stella Maris - von innen...

... und von außen
... und von außen

Das Bonifatiuswerk unterstützte bislang die Einrichtung vor allem mit seiner Bauhilfe. Allein in den Jahren 2006 bis 2009 unterstützte das Diasporahilfswerk die Sanierung und Renovierung des Komplexes mit 410.000 Euro. "Unsere Unterstützung endet nicht mit der Bauhilfe", konstatierte Monsignore Austen nach seinem Besuch. Der pastorale Bereich müsse im Rahmen der Möglichkeiten des Bonifatiuswerkes subsidiär gestärkt werden. Der Generalsekretär denkt dabei vor allem an die Jugendpastoral. "An diesem für die finnischen Katholiken so zentralen Ort sollte die Jugendarbeit weiterentwickelt werden beispielsweise durch die Qualifikation von Ehrenamtlichen für diesen wichtigen pastoralen Bereich." Monsignore Austen spricht zugleich von Überlegungen der Finnen, den Bereich der Kinder- und Jugendpastoral personell zu stärken.

Monsignore Austen (re.) traf in Stella Maris auf Schwester Dia (Mi.), Priorin des Birgittenkonvents, und Monsignore Dr. Rudolf Larenz, Ökonom des Bistums Helsinki.
Monsignore Austen (re.) traf in Stella Maris auf Schwester Dia (Mi.), Priorin des Birgittenkonvents, und Monsignore Dr. Rudolf Larenz, Ökonom des Bistums Helsinki.

Pater Frans Voss, Hausgeistlicher der Birgitten von Stella Maris.
Pater Frans Voss, Hausgeistlicher der Birgitten von Stella Maris.

Eine weitere bedeutsame Einrichtung der Kirche in Finnland stellt das Studium Catholicum dar, das Monsignore Austen ebenfalls in diesen Tagen besuchte. Es versteht sich als lebendiges und reflektierendes Verbindungsstück zwischen der katholischen Kirche in Finnland und der finnischen Gesellschaft. Neben einer Bibliothek bietet es Seminare zu unterschiedlichen Fragen der katholischen Theologie an.

Dass die katholische Kathedralkirche St. Henrik in Helsinki zwischenzeitlich sogar teilweise gesperrt werden musste, zeige auf drastische Weise, wie eng die Grenzen der Diasporakirche verliefen, meinte Monsignore Austen nach der Besichtigung des stark renovierungsbedürftigen neogotischen Baus.

St. Henrik, die katholische Kathedrale von Helsinki.
St. Henrik, die katholische Kathedrale von Helsinki.

St. Henrik von innen
St. Henrik von innen

150 Gläubige finden in dem Gotteshaus, in dem schon Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch 1989 betete, Platz. "Die Decke drohte einzustürzen", erzählt der Generalsekretär. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen stehe nun ab dem nächsten Jahr eine zwingend notwendige und kostenaufwendige Sanierung der Bischofskirche an. Monsignore Austen weiß: Ohne die finanzielle Unterstützung durch die deutschen Katholiken wäre auch dieses Projekt wohl nicht zu stemmen.

Quelle: Bonifatiuswerk.de