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Erster Finne seit der Reformation

Teemu Sippo in Turku zum Bischof geweiht.

Turku (kathnews/bw). Im vollbesetzten evangelischen Dom zu Turku empfing am Samstag Teemu Sippo die Weihe zum Bischof von Helsinki. Er ist damit der erste Finne seit der Reformation, der einen katholischen Bischofstuhl in seinem Heimatland einnimmt. Der Weihezeremonie stand der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann vor. Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, überbrachte dem neuen Bischof die besten Wünsche der deutschen Katholiken für seine Arbeit in der Diasporakirche Finnlands.

Karl Kardinal Lehmann betonte in seiner Predigt, dass die Berufung des Finnen Sippo auf den Bischofsstuhl von Helsinki ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils stehe, „das die jeweilige Eigenständigkeit der einzelnen Ortskirchen stärken wollte“. Die Weihe im Dom in Turku bezeichnete er als „große ökumenische Geste“. Lehmann unterstrich, dass sich katholische Kirche und die lutherische Kirche Finnlands in vielem sehr nahe stehen. „Wir sind einander nahe, gerade auch im Verständnis des Bischofsamtes und den Strukturen der Kontinuität unseres Glaubens – in der apostolischen Sukzession -, durch unsere Liturgien und natürlich auch durch das konkrete ökumenische Gespräch vor Ort.“

„Dass diese beeindruckende Feier in dieser traditionsreichen und einzigen mittelalterlichen Kathedrale stattfinden konnte, zeigt, wie gut das ökumenische Zusammenleben in Finnland funktioniert“, betonte auch Monsignore Georg Austen nach dem Weihegottesdienst in Turku. Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken betrachtet es als besondere Chance für die finnische Ortskirche, dass erstmalig wieder ein Einheimischer ihr vorsteht.

Denn die katholische Gemeinde in dem nordischen Land ist sehr klein. Mit 10.000 Gläubigen stellen die Katholiken gerade einmal knapp 0,2 Prozent der finnischen Bevölkerung. „In vielen Bereichen des kirchlichen Lebens herrschen fast familiäre Verhältnisse“, umschrieb Monsignore Austen die besondere Situation dieser extremen Diaspora. Durch Arbeitsmigranten und Konversionen befindet sich die katholische Kirche Finnlands momentan stark im Wachsen.

Pro Jahr kommen 500 bis 1.000 Gläubige hinzu. Eine starke Integrationsleistung bringe daher die Kirche in Finnland hervor, der Katholiken 70 verschiedener Nationalitäten angehören, unterstrich der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes und fügte hinzu: „In Finnland zeigt sich, wie man Kirche fruchtbar und zukunftsorientiert aufbauen kann.“

Pater Teemu Sippo, geboren in eine lutherische Familie am 20. Mai 1947 in Lathi, konvertierte 1966 zum katholischen Glauben. Er trat in den Orden der Herz-Jesu-Priester ein und legte 1970 seine Ordensprofess in Trier ab. Nach dem Studium der katholischen Theologie bei dem späteren Kardinal Karl Lehmann in Freiburg im Breisgau empfing er am 28. Mai 1977 in Helsinki die Priesterweihe. 1985 wurde er Pfarrer an der Kathedrale von Helsinki. Nach dem Weggang von Bischof Josef Wrobel leitete Sippo als Administrator die Diözese.



Quelle: Bonifatiuswerk.de