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Der Stern ist ihnen nicht schnuppe

Zum Dreikönigsfest und den Sternsingern

Bielefeld (WB). Vielleicht wurden Sie schon in diesen Tagen von den "Heiligen Drei Königen" mit Ihrem Stern besucht. Denn um den 6.Januar, dem Fest Epiphanie (griech. "epiphania" bezeichnet "Erscheinung, Offenbarwerden") sind in Deutschland wieder mehr als 500.000 Sternsinger- innen und Sternsinger unterwegs, um den Men- schen in ihren Woh- nungen den Segen für das neue Jahr zu bringen.

"Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr. Kaspar, Melchior und Balthasar." , so singen sie und schreiben dann den Segenswunsch an die Türen: C+M+B = Christus mansionem benedicat (Christus segne diese Wohnung). Das Fest der Erscheinung des Herrn ist das älteste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war.
Das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) knüpften an den Brauch des Sternsingens an und es entstand die Aktion Dreikönigssingen. Die Sternsingerinnen und Sternsinger sind sozusagen die Erben der Weisen aus dem Morgenland. Aus bescheidenen Anfängen im Jahre 1959 ist inzwischen die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder gewachsen. In den ersten 40 Jahren ihres Bestehens wurden durch die Aktion mehr als 25.000 Projekte unterstützt und etwa eine halbe Milliarde Mark gesammelt.
Die jungen Menschen machen sich auf den Weg in die Wohnungen und Häuser, um die Menschwerdung Gottes zu verkünden. Sie halten damit die Botschaft wach, dass Jesus ,Christus Wegweiser ist, und ,Orientierung für unser Leben geben kann. Sie zeigen damit: Der "Stern", dem wir in Jesus ,Christus folgen, er ist uns nicht schnuppe.
"Heilende Hände" unter diesem Leitwort steht die Aktion Dreikönigssingen; 2002. Heilende Hände braucht unsere Welt dort, wo sie krank ist, wo sie leidet, wo Ungerechtigkeit herrscht, wo Kindern, die Lebensgrundlagen fehlen.

Beispielhaft, lässt sich an Jesus von Nazareth ablesen, was heilende Hände bedeuten, denn er wusste um ihre heilende Wirkung. Er berührte die Menschen, die er heilte. Und er ließ sich berühren, machte sich berührbar für das Unheil der We1t. Die Hand die sich dem Kranken entgegenstreckt und ihn berührt, kann Heilung und Gesundheit bewirken - über die medizinische Gesundung hinaus.

Heilende Hände im Sinne Jesu zu öffnen und sich berührbar zu machen für die Krankheit und Nöte der Menschen in unserer Umgebung und anderen Ländern, das ist der Grundauftrag der Aktion Dreikönigssingen.
Dabei legen die Sternsinger selbst Hand an. Sie nehmen den Stern in ihra Hände, machen sich auf den Weg zu den Menschen, wünschen ihnen den Segen des menschgewordenen Gottes und sammeln Gaben für notleidende Kinder. Somit bleibt das Sternsingen nicht nur ein netter Brauch in der Sichtweite des eigenen Kirchturms.
Es wird zum konkreten christlichen Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, zur wirksamen Hilfe für Kinder in anderen Ländern Hier üben die jungen Menschen sichtbare Solidarität, indem sie Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Mit den gesammelten Gaben helfen die Sternsinger mit, dass mehr Kinder menschenwürdig lernen können. In diesem Jahr singen die Sternsinger im Erzbistum Paderborn unter anderem für Kinder in Brasilien. Mit den Spenden wird das Schwerpunktprojekt, der Bau eines Jugendzentrums bei Bacabal im Nordosten Brasiliens unterstützt. Der Diözesanjugendverband der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) hat gute Kontakte in das Land. Daher wird auch Brasilien beispielhaft vorgestellt. Bundesweit steht das Land China im Vordergrund. Jährlich können durch das gesammelte Geld mehr als 3000 Projekte in den Entwicklungsländern, für die das Geld bestimmt ist, gefördert werden.
Für den BDKJ ist die Aktion ein wichtiges Element der Kinder und Jugendarbeit in den Gemeinden. Hier lernen Kinder und Jugendliche sich mit der Lebenssituation in den Ländern der so genannten "Dritten Welt" auseinander zusetzen, nach den Ursachen von Ungerechtigkeiten zu fragen und zu helfen, sowie Informationen über andere Lebensweisen und Kulturen für die eigene Bewusstseinsbildung zu bekommen. Sie bekommen aber auch auf dem Weg durch ihre. Umgebung Eindrücke aus ihrem Lebensraum. Dieser "Schatz" der Erfahrungen sollte nicht unterschätzt werden.
Diese Hintergründe der Aktion Dreikönigssingen zeigen, dass beim Sternsingen nicht nur das Geld in den Sammeldosen wichtig ist, sondern ebenso wichtig sind das Gebet füreinander, die Solidarität miteinander und das Wissen um einander. Viele Menschen freuen sich am Dreikönigstag auf die Sternsinger Vielleicht bekommen auch Sie Besuch ,von den kleinen Königen. Es wäre schön, wenn sie bei Ihnen offene Türen und Herzen finden würden. Ich bin sicher: Wer sich berühren lässt von der Botschaft der Sternsinger, der wird auch für sich erahnen, dass die Wege des neuen Jahres unter einem "guten Stern" stehen.