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Internationales Symposium in Schwerte weist 160jährigem Diasporahilfswerk Weg in die Zukunft

Mit neuen Impulsen hin zu einer missionarischen Pastoral reagiert das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken in seiner Tätigkeit auf die veränderte Situation katholischer Diaspora in Deutschland und Europa. „Wir wollen künftig verstärkt in Personen, Orte und Initiativen investieren und somit an einer lebendigen Kirche der Zukunft mitarbeiten“ erklärte Monsignore Georg Austen heute zum Abschluss des internationalen Symposiums, „Zeig draußen, was Du drinnen glaubst! Missionarische Perspektiven einer Diaspora-Kirche“.

Aus Anlass des 160jährigen Bestehens des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken diskutierten in den vergangenen drei Tagen 250 Teilnehmer in der Katholischen Akademie in Schwerte Möglichkeiten, wie Kirche in der heutigen säkularen Gesellschaft missionarisch wirken und die Menschen mit der Botschaft Christi erreichen kann. Unter den Gästen des Diasporahilfswerkes, welches Katholiken in den extremen Minderheitssituationen Nord- und Ostdeutschlands, Nordeuropas und den baltischen Staaten Estland und Lettland unterstützt, befanden sich unter anderem der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, die gesamte Nordische Bischofskonferenz, Kardinal Janis Pujats aus Riga sowie zahlreiche deutsche Bischöfe.

Das Symposium machte deutlich wie stark sich Diaspora in Europa verändert. In ostdeutschen Regionen seien 80 Prozent der Menschen nicht getauft. In Großstädten wie München und Düsseldorf bilden die Christen gerade Mal die Hälfte der Bevölkerung. Und selbst in katholischen Kernregionen zeige sich eine Minderheitensituation gläubiger Katholiken, denn für viele Getaufte spielten Glaubensbotschaft und kirchliches Leben keine Rolle mehr.

„Wir konnten in Schwerte erleben, dass die Kirche nicht nur über ihre Situation klagt, sondern gerade in der Diaspora mit einem realistischen Blick und ermutigenden Aufbrüchen auf die zunehmend entchristlichte Gesellschaft reagiert“, betonte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Georg Freiherr von und zu Brenken. Diese Aufbrüche könnten Vorbildcharakter für die gesamte Kirche einnehmen, um neues missionarisches Handeln zu bewirken.

Für das Bonifatiuswerk heiße missionarisches Handeln künftig, zum einen weiterhin jene, die in der Diaspora leben, zu stärken, in ihrem Glauben und ihrer Glaubensausübung. Wobei nicht mehr nur die Menschen in den Blick rücken sollen, die in der geographischen Diaspora leben, erklärt Generalsekretär Monsignore Austen. „Zum anderen wollen wir neue Wege beschreiten oder vorhandene Aufbrüche unterstützen, die die gesellschaftlichen Veränderungen als Chance begreifen, neu auf Menschen zuzugehen, das Gespräch zu suchen und das Evangelium zu verkünden.“

Was dies konkret bedeutet, darin ließ sich das Bonifatiuswerk mit seinem Generalvorstand und Vertretern der Diözesan-Bonifatiuswerke bei seinem Symposium zum 160jährigen Gründungsjubiläum beraten: „Wir wollen helfen, dass der Zeugnischarakter diakonischen Handelns den Gläubigen noch stärker bewusst wird, dass in Gemeinden und Ortskirchen ein missionarische Grundgestimmtheit entsteht, die Sprachfähigkeit im Glauben gestärkt wird, Lernorte des Glaubens eingerichtet werden, sich mit den ökumenischen Partnern verständigt und vernetzt wird, die Diaspora als klassischer Lernort des Glaubens entdeckt und das breite Spektrum der Medien besser zur Verkündigung genutzt wird“, zählt Monsignore Austen nur einige Aspekte auf, die in Schwerte diskutiert wurden. „Vielleicht kann das Bonifatiuswerk auch als ein Vordenker in Sachen Glaubensentscheidung und Glaubensweitergabe der Kirche in Deutschland dienen und einen lebendigen Austausch über die verschiedenen Diasporaerfahrungen und über konkrete Wege im Umgang mit der sich wandelnden Gesellschaft organisieren.“

Erste Schritte zeichnen sich im Diasporahilfswerk mit Sitz in Paderborn bereits ab. Eine eigene Stelle für missionarische und diakonische Pastoral nimmt im Oktober ihre Arbeit auf. Kampagnen, wie die im Frühjahr angestoßene Aktion der Neugeborenentaschen, unterstützen schon heute Kirchengemeinden wieder auf junge Eltern zu zugehen. Und auch das Symposium in Schwerte zeigt die neue Dynamik in dem 160 Jahre alten Hilfswerk. „In Schwerte war deutlich zu spüren: Wer in die Diaspora investiert, investiert nicht in eine Nische, sondern in die Zukunft der Kirche!“

Quelle: Bonifatiuswerk.de