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Kerzen und Gebete – Generalsekretär Austen vertritt Bonifatiuswerk bei Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ Mit diesem Wort aus Psalm 18 erinnerte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am 20. Jahrestag des Mauerfalls an die Rolle des christlichen Glaubens beim Niedergang der sozialistischen Diktatur der DDR. Der Freiburger Erzbischof predigte im Ökumenischen Gottesdienst zum 9. November vor Gästen aus Politik, Kirchen und Gesellschaft in der Berliner Gethsemanekirche, in der sich im Herbst 1989 Bürger der DDR zu Friedensgebeten versammelten.

Vor der Gethsemanekirche.
Vor der Gethsemanekirche.

Der Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky, benannte als Ausgangspunkt für die zahlreichen Friedensgebete und Mahnwachen, die die Atmosphäre für die friedliche Revolution letztlich entscheidend mit bereitet hat, die Ökumenische Versammlung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in der DDR. Ab Februar 1988 bis zum Fall der Mauer trafen sich katholische und evangelische Christen aus der ganzen DDR zu drei Vollversammlungen in Dresden und Magdeburg, um über die Verhältnisse in ihrer Gesellschaft zu diskutieren. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Wolfgang Huber, erinnerte an die Worte eines hohen SED-Funktionärs aus Leipzig: „Auf alles waren wir vorbereitet nur nicht auf Kerzen und Gebete.“

In der Gethsemanekirche in Berlin Prenzlauer-Berg trafen sich 1989 Bürger der DDR zum Friedensgebet.
In der Gethsemanekirche in Berlin Prenzlauer-Berg trafen sich 1989 Bürger der DDR zum Friedensgebet.

Für das Bonifatiuswerk nahm Generalsekretär Monsignore Georg Austen am ökumenischen Festgottesdienst mit Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. „Das Bonifatiuswerk bildete in den Jahrzehnten der deutschen Teilung eine verlässliche Klammer zwischen den Katholiken vor und hinter der Mauer, sowohl im Gebet als auch in der kontinuierlichen finanziellen und materiellen Hilfe“, sagte Monsignore Austen. „Deshalb war der Fall der Mauer vor 20 Jahren besonders auch für das Bonifatiuswerk und seine zahlreichen Unterstützer in ganz Deutschland ein großartiges Geschenk Gottes“. Die verlässliche und kontinuierliche Arbeit des Diasporahilfswerkes habe den Katholiken in den schwierigen Zeiten der SED-Diktatur geholfen, ihren Glauben zu bewahren und lebendig auszugestalten. Generalsekretär Austen: „Die Solidarität der Katholiken im Westen mit ihren Glaubensschwestern und –brüdern im Osten war stets ein stärkendes Zeichen der Hoffnung.“

Generalsekretär Monsignore Austen (re.) vertrat das Bonifatiuswerk bei dem ökumenischen Festgottesdienst in Berlin. Hier traf er auf den neuen Berliner Weihbischof Matthias Heinrich (li.) und den emeritierten Weihbischof Wolfgang Weider (Mi.).
Generalsekretär Monsignore Austen (re.) vertrat das Bonifatiuswerk bei dem ökumenischen
Festgottesdienst in Berlin. Hier traf er auf den neuen Berliner Weihbischof Matthias Heinrich (li.)
und den emeritierten Weihbischof Wolfgang Weider (Mi.).

Heute stehe das Bonifatiuswerk vor ganz neuen Herausforderungen, was die Unterstützung der Katholiken in der Diaspora Ostdeutschlands betrifft. Die Säkularisierung durch die SED habe mit 80 Prozent ungetauften Menschen in dieser Region eine Glaubensdiaspora hinterlassen, wie man sie vorher in Deutschland nicht kannte. „Wir müssen mithelfen, dass in dieser säkularisierten Gesellschaft nicht neue Mauern aufgebaut werden und zwar solche, die den Menschen den Weg zu Gott versperren“, betonte Monsignore Austen. „Darum freut es uns, dass am kommenden Sonntag, dem Diasporasonntag, unter dem Motto ,Der Einzelne zählt – egal wo’ die Katholiken in ganz Deutschland erneut für die Menschen in der ostdeutschen Diaspora ein Zeichen der Solidarität setzen.“

Quelle: Bonifatiuswerk.de