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Auftrag für das Bonifatiuswerk - Papst fordert Mut zum Glaubenszeugnis in ostdeutscher Diaspora

Als einen besonderen Auftrag für die Arbeit des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken betrachtet Monsignore Georg Austen die Predigtworte Papst Benedikt XVI. in Erfurt. „Wir wollen den katholischen Gläubigen dabei helfen, nicht der Gefahr zu erliegen, sich in einem bloß privaten Glauben zu verstecken. Wir wollen ihnen dabei helfen, sich zu ihren Mitbürgern aufzumachen und missionarisch einzuladen, ganz nach unserem Motto: Zeig draußen, was du drinnen glaubst“, betonte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. Das katholische Diasporahilfswerk unterstützt mit Spendenmitteln die katholische Minderheit in Ostdeutschland.

„Keiner soll alleine glauben“: Aufgrund des Papstbesuches konnten die Diasporakatholiken im Bistum Erfurt Glaubensgemeinschaft in besonderer Weise erleben.   Foto: Bonifatiuswerk
„Keiner soll alleine glauben“: Aufgrund des Papstbesuches konnten die Diasporakatholiken im Bistum Erfurt Glaubensgemeinschaft in besonderer Weise erleben. Foto: Bonifatiuswerk

Bei der heiligen Messe auf dem Erfurter Domplatz sprach Papst Benedikt XVI. die besondere Diaspora-Situation in Ostdeutschland an: „Die Mehrzahl der Menschen in diesem Lande lebt mittlerweile fern vom Glauben an Christus und von der Gemeinschaft der Kirche“. 75 Prozent der Bevölkerung in den fünf neuen Bundesländern gehören keiner christlichen Konfession an. Die Katholiken in Ostdeutschland bilden mit rund fünf Prozent Bevölkerungsanteil eine Minderheit. Um in solch einer Situation zum Glauben zu finden und den persönlichen Glauben zu leben, brauche es Mut zum Glaubenszeugnis und eine kirchliche Gemeinschaft, in der jeder einzelne Mit-Glaubende findet, so der Papst in Erfurt: „Ganz praktisch verdanke ich meinen Glauben auch meinen Mitmenschen, die mit mir glauben.“ Ohne dieses „mit“ könne es keinen persönlichen Glauben geben.

Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, spricht vor dem Papstgottesdienst in Erfurt über die Diasporahilfe.   Foto: Bonifatiuswerk
Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, spricht vor dem Papstgottesdienst in Erfurt über die Diasporahilfe. Foto: Bonifatiuswerk

„Keiner soll alleine glauben, das gilt besonders für die Menschen, die in einer Minderheitensituation ihren Glauben leben“, sagte Monsignore Austen im Anschluss an den Gottesdienst. „Das Bonifatiuswerk hilft dabei, die Katholiken in der Diaspora, nicht alleine zu lassen. Gerade sie sollen spüren, dass sie zur großen Gemeinschaft der Kirche gehören“, unterstrich der Generalsekretär des Diaspora-Hilfswerkes. Dies gelänge durch die großartige Solidarität aller Katholiken in Deutschland mit ihren Glaubensschwestern und -brüdern in der Diaspora, die durch das Bonifatiuswerk ihren Ausdruck findet.

Monsignore Austen zeigte sich beeindruckt vom Besuch des Heiligen Vaters in der Diaspora. „Die Tage in Berlin und im Bistum Erfurt haben die Menschen im Glauben gestärkt, um weiterhin mutig als Minderheit ihren Glauben zu leben und aus ihrem Glauben heraus Gesellschaft mit zu gestalten. Die Menschen konnten spüren, dass sie mit ihrem Glauben nicht alleine stehen, sondern einer starken Gemeinschaft angehören.“

Seit über 160 Jahren sammelt das Bonifatiuswerk als katholisches Laienhilfswerk Spenden für Katholiken, die in einer Minderheitensituation ihren Glauben leben. Im Jahr 2010 unterstützte das Bonifatiuswerk die Katholiken in Ostdeutschland mit rund drei Millionen Euro in Form von Bauhilfe, Fahrzeugen und Hilfen für die Glaubensweitergabe an Kinder und Jugendliche. Am Diaspora-Sonntag, am 20. November 2011 sammeln die Katholiken in den Gottesdiensten in Deutschland für all jene, die in Nord- und Ostdeutschland, in Nordeuropa und dem Baltikum in einer Minderheitensituation ihren Glauben leben.

Quelle: Bonifatiuswerk.de