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Erstmals Fronleichnamsprozession durch die Innenstadt von Bergen

Erstmals zog eine Fronleichnamsprozession durch das Zentrum des evangelisch-lutherisch geprägten Bergen in Norwegen. Über vier Stunden dauerten Gottesdienst und Prozession an der der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, konzelebrierend teilnahm. Die heilige Messe feierten die Gläubigen in der größten evangelischen Kirche der Stadt. Tags drauf titelte die örtliche Tageszeitung: „Selten ist die evangelische Kirche so gut gefüllt“.

Voll großer Freude ziehen die Gläubigen mit der Fronleichnamsprozession durch die Stadt.   (Fotos: Bonifatiuswerk)
Voll großer Freude ziehen die Gläubigen mit der Fronleichnamsprozession durch die Stadt.   (Fotos: Bonifatiuswerk)
Voll großer Freude ziehen die Gläubigen mit der Fronleichnamsprozession durch die Stadt. (Fotos: Bonifatiuswerk)

Die unterschiedlichsten Nationen zeigten den katholischen Glauben in ihren Traditionen. (Foto: Bonifatiuswerk)
Die unterschiedlichsten Nationen zeigten den katholischen Glauben in ihren Traditionen. (Foto: Bonifatiuswerk)

Von einem beeindruckenden Fest des Glaubens sprach Monsignore Austen nach seiner Rückkehr von der fünftägigen Norwegenreise. „Die Prozession hat unter den Bewohnern für Aufmerksamkeit gesorgt. Und die katholischen Gläubigen zeigten augenfällig draußen auf der Straße, was sie drinnen, in ihrem Herzen glauben“, berichtete der Generalsekretär des Bonifatiuswerk. Die große Fronleichnamsprozession soll zu einer tragenden Tradition werden, planen die Verantwortlichen in Bergen. Die Prozession machte noch einmal die Vielfalt der Nationen der katholischen Kirche in Norwegen und zugleich die Einheit der Menschen aus aller Welt in der Kirche deutlich. Die vier Altäre wurden von Tamilen, Polen, Vietnamesen und Norwegern gestaltet.

Die polnischen Gläubigen führten ein Bild der schwarzen Madonna von Tschenstochau mit. (Foto: Bonifatiuswerk)
Die polnischen Gläubigen führten ein Bild der schwarzen Madonna von Tschenstochau mit. (Foto: Bonifatiuswerk)

Monsignore Austen erlebte die Fronleichnamsprozession in der extremen Diaspora als erhebenden Moment katholischen Glaubens. (Foto: Bonifatiuswerk)
Monsignore Austen erlebte die Fronleichnamsprozession in der extremen Diaspora als erhebenden Moment katholischen Glaubens. (Foto: Bonifatiuswerk)

Während seines Aufenthaltes vom 22. bis 27. Juni führte Monsignore Austen unter anderem ausführliche Gespräche mit dem Generalvikar der Prälatur Trondheim, Pater Albert Maczka Can.Reg., zum geplanten Dombauprojekt in der mittelnorwegischen Metropole. Die Planungen in Norwegen laufen darauf hinaus, dass die schwer baufällige Kathedralkirche des katholischen Bischofs von Trondheim abgerissen werden muss. Auf dem Grundstück soll ein Neubau errichtet werden. Allein kann die katholische Kirche in Norwegen solch ein Projekt jedoch nicht stemmen. In der Prälatur Trondheim leben gerade einmal 3.640 Katholiken auf über 56.400 Quadratkilometern. Hier ist man auf die solidarische Hilfe des Bonifatiuswerkes, deutscher Bistümer sowie anderer Organisationen angewiesen. Angedacht ist, die neue Kirche noch vor dem großen Olaf-Jubiläum 2014 fertig zu stellen. Der heilige Olaf wurde am 16. Oktober 1014 getauft. Die kleine katholische Kathedralkirche steht direkt gegenüber des großen Nidarosdom in Trondheim.

Generalvikar Maczka besprach mit Monsignore Austen die Pläne für eine neuen Kathedralkirche in Trondheim. (Foto: Bonifatiuswerk)
Generalvikar Maczka besprach mit Monsignore Austen die Pläne für eine neuen Kathedralkirche in Trondheim. (Foto: Bonifatiuswerk)

Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes nutzte seinen Besuch auch eine Außenstelle der Pfarrei Bergen kennenzulernen. Gemeinsam mit Pfarrer Alois Brodersen Can. Reg. fuhr Monsignore Austen nach Førde. Drei Stunden Fahrzeit liegt der Gottesdienstort von Bergen entfernt. Dank deutscher Hilfe konnte eine Priesterwohnung vor Ort gekauft werden. In ihr finden in einer kleinen Kapelle die Gottesdienste nun statt. Die Priester haben zudem die Möglichkeit, vor Ort zu übernachten und so eine lebendige Seelsorge zu praktizieren.

In Bergen informierte sich Monsignore Austen über einen neuen Weg im Bereich der katholischen Schule. Erstmals wagen die Katholiken Norwegens den Schritt, ein eigenes Gymnasium zu betreiben. Ab 2012 besteht damit erstmals die Möglichkeit in Skandinavien auf einer katholischen Schule die Hochschulreife anzustreben. Mit drei Klassen soll begonnen werden. Das Gebäude, ein ehemaliges katholisches Krankenhaus, wird in den kommenden zwei Jahren für den Schulbetrieb hergerichtet. Damit können Kinder bis zur 10 Klasse die katholische St. Pauls-Schule in Bergen besuchen und dann für drei weitere Schuljahre ins Gymnasium wechseln.


Monsignore Austen (Mi.) im Gespräch mit Schülern der katholischen Schule.   (Foto: Bonifatiuswerk)
Monsignore Austen (Mi.) im Gespräch mit Schülern der katholischen Schule. (Foto: Bonifatiuswerk)

Im Gespräch mit Generalsekretär Monsignore Austen betonten Schüler und Schülerinnen der katholischen Schule in Bergen, wie wohl sie sich dort fühlen. In der katholischen Schule könnten sie auch anders sein, unterstrichen sie, da sie ihren Glauben im Schulalltag ganz frei leben könnten.

Quelle: Bonifatiuswerk.de