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Generalvorstand beeindruckt

Voller Eindrücke kehrte der Generalvorstand des Bonifatiuswerkes von seiner Reise aus Estland und Finnland zurück. Binnen vier Tagen erlebte das oberste Entscheidungsgremium des Diaspora-Hilfswerkes zwei grundverschiedene Diaspora-Kirchen, die in direkter Nachbarschaft leben.

„Wir sind eine Kirche, wir haben einen Glauben und eine Seele“, unterstrich Bischof Philippe Jourdan im estnischen Tallinn. Die katholische Kirche in Estland sei die einzige, die die estnische und russische Bevölkerung in sich verbinde und somit einen großen Versöhnungsdienst in einer zerrissenen Gesellschaft leiste.

Die 6.000 Gläubigen setzen sich zu 50 Prozent aus Esten und zu 50 Prozent aus Russen zusammen. Die anderen christlichen Kirchen zementierten dagegen die Distanz. 13 Prozent der Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Kirche an und sind von estnischer Nationalität. Weitere 13 Prozent gehören zur russisch-orthodoxen Kirche. Sie sind Russen, die einst zur Sowjetzeit in den baltischen Staat gekommen sind. Die große Mehrheit, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung Estlands, haben keinen Bezug zu einer christlichen Konfession oder einer anderen Religion. Hier hat die kommunistische Sowjetdiktatur ein religiöses Niemandsland hinterlassen.


Der Generalvorstand in Estland (von links nach rechts): Beisitzer Nicolaus Graf Droste zu Vischering, Beisitzer Hermann Fränkert-Fechter, Beisitzer Generalvikar Alfons Hardt,  Beisitzer Dechant Msgr. Dr. Hermann Wieh, Generalsekretär Monsignore Georg Austen, Beisitzerin Freifrau Caroline von Ketteler, Präsident Georg Freiherr von und zu Brenken, Beisitzer Bernd Duhn, Beisitzer Generalvikar Prälat Dr. Werner Schreer, Beisitzerin Dr. Annegret Beck, Beisitzer Dompropst Hubertus Zomack, Beisitzer Michael Hänsch, Beisitzer Klaus Henke
Der Generalvorstand in Estland (von links nach rechts): Beisitzer Nicolaus Graf Droste zu Vischering, Beisitzer Hermann Fränkert-Fechter, Beisitzer Generalvikar Alfons Hardt, Beisitzer Dechant Msgr. Dr. Hermann Wieh, Generalsekretär Monsignore Georg Austen, Beisitzerin Freifrau Caroline von Ketteler, Präsident Georg Freiherr von und zu Brenken, Beisitzer Bernd Duhn, Beisitzer Generalvikar Prälat Dr. Werner Schreer, Beisitzerin Dr. Annegret Beck, Beisitzer Dompropst Hubertus Zomack, Beisitzer Michael Hänsch, Beisitzer Klaus Henke

In Helsinki erlebte der Generalvorstand Diaspora in der Diaspora. In Finnland ist die katholische Kirche eine Vielvölkerkirche. Die Gläubigen kommen aus mehr als 80 Nationen. Der Bischof von Helsinki, Teemu Sippo, erklärte, wie schwierig es ist, in dieser großen Fläche die Menschen im Glauben zusammenzuführen. Nicht nur, dass sich die Menschen fern der Heimat alleine fühlen und nur auf wenige Landsleute treffen, sie müssen auch viel auf sich nehmen, um den eigenen, katholischen Glauben zu leben. Rund 10.000 Katholiken leben in dem großen nordeuropäischen Staat.

Präsident Georg Freiherr von und zu Brenken zeigte sich beeindruckt von den Projekten in Estland und Finnland. Vor allem die Arbeit in der katholischen Schule in Tallinn zeige die besondere Herausforderung für die Zukunft, vor der die Katholiken in Estland stehen. Denn hier kommt die Mehrzahl der Kinder erstmalig mit dem christlichen Glauben in Berührung. „Konkret vor Ort Projektpartner und Gläubige kennenzulernen, hat uns, dem Generalvorstand, gezeigt, welch besondere Verantwortung wir haben, wenn wir die schwierige und aufrichtige Arbeit, die die Katholiken hier leisten, unterstützen.“

In Finnland und Estland stößt die Arbeit des Bonifatiuswerkes auf große Wertschätzung. „Dass der gesamte Generalvorstand unsere kleine Diaspora-Kirche besucht, ist für uns eine besondere Ehre“, sagte Bischof Jourdan. Für ihn ist das Bonifatiuswerk „ein Werk für die Seelen und nicht für die Gebäude“. Und Bischof Sippo ermutigte die Katholiken in Deutschland mit Verweis auf die besondere Problematik einer Diaspora-Kirche: „Klagt nicht nur und bleibt nicht in der Vergangenheit hängen, sondern geht vorwärts in der Kirche in Deutschland.“

Quelle: Bonifatiuswerk