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Priester aus dem Erzbistum erkunden Diasporakirche in Skandinavien - Ermutigung aus Schweden

Erzbistum. Mitgliederzuwachs und Aufbruchstimmung in der katholischen Kirche statt Resignation und Kirchenaustritte, das gibt es mitten in Europa. Priester aus dem Erzbistum Paderborn konnten diese außergewöhnliche kirchliche Wirklichkeit erleben. Auf einer Studienreise nach Schweden, organisiert durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, besuchten die Priester anlässlich ihres 25-jährigen Weihejubiläums bedeutende kirchliche Stätten in dem skandinavischen Land.

Bischof Arborelius (3. v. l.) und Msgr. Georg Austen (4. v. l.) mit Markus Jacobs, Meinolf Kemper, Stefan Wigger, Alfons Weskamp, Martin Reinert, Bernhard Nake (v. l.)
Bischof Arborelius (3. v. l.) und Msgr. Georg Austen (4. v. l.) mit Markus Jacobs, Meinolf Kemper, Stefan Wigger, Alfons Weskamp, Martin Reinert, Bernhard Nake (v. l.)

Unter der Leitung von Monsignore Georg Austen, dem Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, konnten die Priester Schweden als Industriestaat erleben, in der sich die katholische Kirche in einer ganz anderen Situation befindet als in Deutschland. Nur ein Prozent der Bevölkerung bekennt sich in dem Land, das sich auf eine Fläche von knapp 450000 Quadratkilometer erstreckt, zum katholischen Glauben.

Die meisten Bewohner gehören der ehemaligen lutherischen Staatskirche an. Denn nach der Reformation unter König Gustav Wasa im Jahre 1527 war katholisches Leben fast unmöglich und stand unter Strafe. Heute wächst die Zahl der Katholiken erheblich. Die lutherischen Christen stehen hingegen ihrer Kirche nicht unbedingt sehr nahe. Die Gesellschaft ist heute stark säkularisiert. Grund für den Anstieg der Zahl der Katholiken ist die wirtschaftliche und politisch bedingte Migration. Sie stellt für das ganze Land einen erheblichen Kraftschub dar. Denn mit den Einwanderern kommen auch Menschen in ein stark säkularisiertes Land, denen Glauben und Kirche viel bedeuten. Sie wünschen sich Orte des Gebetes – an sehr vielen Stellen reichen deshalb die bisherigen Kirchbauten nicht mehr aus. Die katholische Kirche übernimmt viele Gotteshäuser von der lutherischen Kirche und muss zusätzlich noch einige neu bauen. Als „arme Kirche in einem reichen Land“ wird sie darin maßgeblich über das Bonifatiuswerk unterstützt. Besonders die chaldäischen Christen aus dem Irak lassen dabei den Reichtum der Riten in der katholischen Weltkirche erlebbar werden.

Der Mitgliederzuwachs in der katholischen Kirche basiert noch auf einem weiteren Aspekt. In Schweden konvertieren zahlreiche Gläubige der lutherischen Kirche zum Katholizismus. Gerade in gebildeten Kreisen fühlen sich viele Menschen wesentlich stärker zur katholischen Kirche hingezogen. Die Jesuiten in Uppsala präsentierten deshalb sehr selbstbewusst das erst kürzlich gegründete Newman-Institut, die erste katholische Hochschule in Skandinavien seit der Reformation.

Auch der katholische Bischof Anders Arborelius von Stockholm konvertierte als junger Mann. Die Schwestern des Benediktinerinnenkoventes am Omberg erzählten von ihrem langen geistlichen Suchprozess, aus dem der Übertritt der Gemeinschaft als Ganzes hervorging. Den Priestern aus Paderborn sagten die Schwestern, wie dankbar sie bis heute für die Begleitung sind, welche sie dabei durch die Benediktinierinnen aus Varensell fanden. Gerade kontemplative Orden erleben einen Zuwachs, manches neue Kloster entsteht. Auch die mit der Reformation aus Schweden ausgewiesenen „urschwedischen“ Birgittinnen sind wieder mit Konventen vertreten und öffneten gastfreundlich und auskunftsbereit ihre Klöster für die Paderborner Delegation.

Quelle: Der Dom