.

Der Ball ist rund - und Gott?

46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte BDKJ-Diözesanseelsorger Georg Austen im Rahmen der Bildungsveranstaltung " Pastoral mit Hand und Fuß" in der Arena "AufSchalke" begrüßen. Georg Austen erläuterte, warum der BDKJ sich ausgerechnet diesen Veranstaltungsort ausgesucht hatte: Ein Fußballstadion sei zweifellos ein ungewöhnlicher Ort für eine Kapelle, doch biete sich ja hier die Chance,

Menschen mit dem Glauben in Berührung zu bringen und andrerseits auch "Seelsorger mal auf eine andere Weise mit Lebensfragen von Menschen zu konfrontieren". Zudem wolle der BDKJ hier über die Chancen und Grenzen der Eventkultur nachdenken.
 " Es ist schon beeindruckend", war von einem Teilnehmer zu hören nach dem Pfarrer Hans-Joachim Dohm bei der Stadionbesichtigung die Besonderheiten des Bauwerks erklärt hatte: die Absicherung gegen Bergschäden durch den Bau von 36 Einzelbauwerken, die Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte durch Wasserauffangbecken und modernste Energieversorgung, die Dachkonstruktion, trotz 62.000 Sitzplätze immer eine Nähe zum Spielfeld, der 32 qm große Bildwürfel unter dem Hallendach, der herausfahrbare 11 Tonnen schwere Rasen - viele Fakten die durch die Medien bereits bekannt, aber hier in Realität bewundert werden konnten.

Nicht so bekannt, aber für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders interessant war der Dienst der ev. und kath. Kirche. Dieser Dienst wird mit 250.000 € jährlich von Schalke unterstützt. Die Kirchen sehen ihre Aufgaben insbesondere in der Diakonie und Pfarrer Dohm erläuterte die umfangreiche Arbeit im Bereich der Behindertenseelsorge.

Zum Greifen nah wurde Kirche beim Gang durch das Kreuz in die Kapelle "AufSchalke". Künstlerisch nüchtern, aber ansprechend gestaltet findet sich hier keine "Vereinskapelle" in Blau und Weiß, wieder sondern eine Andachtsstätte in der sich der "Gang nach Emmaus" und das österliche Licht der Auferstehung widerspiegeln. Pfarrer Dohm ging besonders auf die Fußballereignisse der letzten Tage ein: Wie wenig doch ein zweiter Platz noch zählt.

 Die Kapelle auf Schalke ist nach seinen Worten ein Hinweis darauf, den Blick wieder auszurichten auf das Wesentliche. Denn Fußball sei für den Augenblick, er trage jedoch nicht dauerhaft. Die Kapelle ist kein Alibiraum, sondern Ausdruck von Diakonie und Caritas. Kirche ist hier an einem Ort wo die Menschen sind. Dass dieser Ort angenommen wird zeigt allein die Tatsache, das seit Eröffnung im August 2001 insgesamt 150 Kinder hier getauft wurden. "Hier im Stadion umarmen sich Menschen, sind Menschen sich nahe, in unseren Kirchen vor Ort bleibt oft der distanzierte Händedruck", so Dohm.

Wie der BDKJ Sport und Glaube verbindet wurde durch die Vorstellung der Aktion "FAIR gewinnt" im Jahr 2002 deutlich. Stefanie Middelhove, Projektbegleiterin des BDKJ, schilderte die Grundanliegen der Aktion und den Verlauf. Die Aktion greift im Jahr der Fußballweltmeisterschaft das Thema Kinderarbeit und Sport auf. Sie will dazu beitragen, Kinderarbeit in der so genannten "Dritte Welt" durch die Förderung des fairen Handels abzubauen. Die Billigangebote an Fußbällen, Sportbekleidung etc. werden durch Kinderarbeit ermöglicht. Wir profitieren von der Kinderarbeit, die die Zukunft vieler junger Menschen vernichtet. Ein Diözesanfußballturnier, regionale und örtliche Veranstaltungen sowie eine Abschlussveranstaltung am 3.10.2002 in Unna sind Bestandteile der Aktion.

Für die DJK stellte Diözesanpräses Matthias Boensmann und Referent Hans Peter Esch eine neue CD zur Erlebnispädagogik und Sport vor. Erlebnispädagogische Sportübungen wurden mit Texten aus der Bibel, Gebeten und Meditationstexten auf einen Glaubenshintergrund gestellt und gedeutet. Entsprechende Ausarbeitungen wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an die Hand gegeben, um Ideen zur praktischen Umsetzung vor Ort zu erhalten.
Die CD Rom mit entsprechenden Texten kann bei der DJK Diözesanstelle, Propsteihof 10, 44137 Dortmund, bestellt werden.

 Wie die Aktion "FAIR gewinnt" in der Gemeindepastoral eingebunden werden kann, erläuterten anschließend Matthias Boensmann und BDKJ-Referent Bernd Zimmermann. So kann die Aktion zu einer Auseinandersetzung und einem Engagement nicht nur der Kinder- und Jugendgruppen sondern der gesamten Gemeinde führen. Nachzulesen ist alles in der Aktionsarbeitshilfe des BDKJ, die druckfrisch verteilt wurde. Sie kann im

 Internet unter www.fair-gewinnt.de herunter geladen oder in der BDKJ Diözesanstelle bestellt werden.

Mit neuen Ideen und Anregungen, welche Ansatzpunkte der Sport für die Jugendpastoral bietet, verließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach vier interessanten Stunden die Arena "AufSchalke".