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Diaspora-Aktion eröffnet

„Keiner soll alleine glauben“, das Leitwort der diesjährigen Diaspora-Aktion wurde bei ihrer bundesweiten Eröffnungsveranstaltung in Trier eindrucksvoll spürbar. Eine katholische Musikerfamilie aus Finnland, Familie Järvi, sang und musizierte und berichtete über den mehr als 100 Kilometer weiten Weg jede Woche zur Sonntagsmesse. Der Generalvikar des Bistums Trondheim in Norwegen, Albert Maczka, berichtete über die wachsende Kirche und über mehr als fünf Gottesdienste am Sonntag, die die zu klein gewordene Kathedralkirche erlebt.

Im großen Pontifikalamt bezog sich Triers Bischof Stephan Ackermann auf das Leitwort. In seiner Predigt (Predigt hier anhören) beschrieb er die sich verändernde religiöse Situation in Deutschland. Ordnete sich früher in Regionen, in denen Katholiken traditionell die Mehrheit bildeten, der gläubige Christ in den „Mainstream“ ein, müsse dieser mittlerweile feststellen, dass es kälter um ihn werde. Der gläubige Katholik von heute fände sich mehr und mehr in einer emotionalen Diaspora des Glaubens wieder.

Das große Pontifikalamt mit Triers Bischof Stephan Ackermann
Das große Pontifikalamt mit Triers Bischof Stephan Ackermann

Von der traditionellen Diaspora könne man nun lernen, dass erstens eine gute Ausstattung und Struktur der Kirchengemeinde und Bistümer keine Selbstverständlichkeit sei; dass zweitens Kirche in der Minderheit nicht untergehe; und drittens, dass Kirche in der Diaspora besonderen Mut zeige, was neue Wege in der Seelsorge und Pastoral betreffe.

Eindrucksvoll trug die Sopranistin Elisabeth Paavel ein finnisches Kirchenlied vor. Beim Gabengang verwiesen Symbole auf die einzelnen Diaspora-Regionen, in denen das Bonifatiuswerk hilft: Nordeuropa, Baltikum, Nord- und Ostdeutschland. Musikalisch begleitet wurde die Festmesse durch die Trierer Domsingknaben.

Bischof Stephan Ackermannder Präsident des Bonifatiuswerkes, Georg Freiherr von und zu Brenken, die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer und und Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen
Bischof Stephan Ackermann, der Präsident des Bonifatiuswerkes, Georg Freiherr von und zu Brenken, die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer und und Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen

Beim Festakt in der barocken Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars machte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Georg Freiherr von und zu Brenken, deutlich, wie sehr es in der heutigen Gesellschaft auf das Vorbild jedes einzelnen im Glauben ankommt. „Keiner von uns ist von der Verantwortung ausgenommen, mit seinem Leben Gottes Liebe zu bezeugen und diese Einladung des Himmels an andere Menschen weiterzugeben“, sagte er in Trier. Genau hier verortete er auch die fruchtbare Arbeit des Bonifatiuswerk: „Was wir in Magdeburg, Görlitz, Hamburg oder Bremen an christlichem Fundament sichern, aus- und neu aufbauen, was wir in die Bildung junger Menschen investieren und an missionarischem Engagement ermöglichen, das kommt zuletzt uns allen zugute.“

Der Festakt in der barocken Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars
Der Festakt in der barocken Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars

Bischof Ackermann bedankte sich für die Hilfe des Bonifatiuswerkes. 13 BONI-Busse sind in den Diaspora-Dekanaten des Bistum unterwegs. Zudem unterstützt das Hilfswerk die Stelle eines Diözesan-Sekretärs für das Thema Diaspora.

Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) forderte, im Sinne von „Keiner soll alleine glauben“, die „spirituelle Solidarität“ nicht zu vernachlässigen (Festrede hier anhören). Wissen ohne Werte sei wertlos. Der Staat stehe in der sich verändernden religiösen Situation mehr und mehr vor der Aufgabe, Werte in die Gesellschaft einzubringen und den ehernen Sinnstiftern, den Kirchen und Religionsgemeinschaften, mehr Raum zu geben.

Sozialministerin Malu Dreyer hielt die FestanspracheChristoph Schommer, Leiter Kommunikation des Bonifatiuswerkes, befragte Trondheims Generalvikar Albert Maczka (rechts) über die Situation der Kirche in Norwegen
Sozialministerin Malu Dreyer hielt die Festansprache; Christoph Schommer, Leiter Kommunikation des Bonifatiuswerkes, befragte Trondheims Generalvikar Albert Maczka (rechts) über die Situation der Kirche in Norwegen

Generalsekretär Monsignore Georg AustenGeorg Freiherr von und zu Brenken
Generalsekretär Monsignore Georg Austen, Georg Freiherr von und zu Brenken

Vor mehr als 100 geladenen Gästen, unter ihnen Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, sprach Mari Järvi über Diaspora-Situation in Finnland und Trondheims Generalvikar Albert Maczka über die wachsende Kirche in Norwegen. GlaubensMobil-Fahrer Johannes Schäfers berichtete über beeindruckende Glaubenszeugnisse, die er in den ersten acht Monaten seiner Tour durch Deutschland erlebte.

Zum Schluss bedankte sich der Vorsitzende des Diözesan-Bonifatiuswerkes, Stefan Wolff, für die Offenheit gegenüber dem Thema Diaspora im Bistum Trier. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen bedankte sich für die herzliche Gastfreundschaft sowie für das große Engagement in der Unterstützung der Eröffnung. Mit der Eröffung der bundesweiten Aktion in unterschiedlichen Bistümern wolle das Diaspora-Hilfswerk auch dazu beitragen, dass die Anliegen des Bonifatiuswerkes "vor Ort" aufgegriffen und wachgehalten werden. Gemeinsam beteten alle das Gebet zur Aktion „GlaubensMobil“ und empfingen den bischöflichen Segen.

Quelle: Bonifatiuswerk