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Die Gastfreundschaft und der Papst
 - Welcome to Germany -

Kommentar in der BDKJ-Information.
Überwä1tigt waren die jungen Teilnehmer des XVII. Weltjugendtreffens von der großen Gastfreundschaft in Kanada. Die offenen Herzen und Türen der Menschen hinterlassen bei den jugendlichen sicherlich tiefere Spuren, als manche wohlgemeinten und wegweisenden Predigten. Die Gastfreundschaft zog sich für die 400-köpfige Pilgergruppe aus dem Erzbistum Paderborn an den Niagara Wasserfällen und in Toronto wie ein roter Faden durch die Tage und ließ auch manche Strapazen und organisatorischen Mängel in einem anderen Licht erscheinen.
Und dann der alte, gebrechliche Papst Johannes Paul II. Er hatte zu diesem internationalen Glaubensfest eingeladen und blühte bei der Jugend richtig auf. Die jungen Menschen bereiteten dem 82-jährigen Papst bei den Treffen unter fteiem Himmel immer wieder einen begeisterten Empfang. Die Presse Kanadas schrieb einhellig von einem Triumphzug "Johannes Paul des Großen". Er ermutigte die Jugendlichen aus rund 170 Nationen, ,,als Salz der Erde und Licht der Welt" unerschrocken Zeugnis von Gott in ihrem Glauben abzulegen. Er rief dazu auf, Terror und Gewalt mit dem mutigen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit entgegenzutreten. Er verschwieg aber auch nicht die große "Scham und Traurigkeit" über die sexuellen Vergehen von Priestern und Ordensleuten an Minderjährigen. Bei diesen zu verurteilenden Missbräuchen gab der Papst unter dem Beifall der Jugendlichen jedoch zu bedenken, dass die Mehrheit der Geistlichen ihren Dienst "engagiert und großherzig" ausüben. Das gelungene Treffen in Toronto ist für vertrauensvolle Miteinander und den großen Einsatz von Priestern sowie anderen Verantwortlichen in der Jugendpastoral ein positives Paradebeispiel.
Vielleicht ist es die Authentizität des gebrechlichen Mannes, sein gelebtes  Glaubenszeugnis und das unerschütterliche Vertrauen seinerseits in die jungen Menschen, was die Jugendlichen an Johannes Paul II. fasziniert und berührt.
Der große Event des Glaubens und der Weltkirche war fröhlich und ausgelassen aber unaufdringlich und nicht unkritisch. Das Fest hat gezeigt; dass die manchmal kopflastige Theologie unserer Zeitgenossen gepaart sein muss mit der unbekümmerten Fröhlichkeit und Sinnlichkeit junger Menschen.
Was bleibt, ist schwer zu sagen. In meinem "Handgepäck" sind die Erinnerungen an viele interessante Begegnungen und tiefe Gespräche, die Erfahrungen einer jungen und internationalen Kirche, die ehrliche Suche heute in der Nachfolge Jesu zu leben, die Spannung zwischen der Ausgelassenheit. und der Besonnenheit in den Gottesdiensten und Katechesen, aber auch die oft gestellten Fragen: "Warum ist es für uns Jugendliche in unserer Gemeinde zu Hause so schwierig? Wo finden wir Gleichgesinnte und Antworten auf unsere Lebensfragen." Nicht zu vergessen die Abenteuerlust, das Land Kanada zu entdecken und die Naturschauspiele der Niagarafälle bis hin zu den Wolkenkratzern in Toronto.
Als Kundschafter und Kundschafterinnen waren die jungen Pilger unterwegs. Viele Erlebnisse lassen sich für sie erst später begreifen. Jedoch ist eines klar: die großherzige, erfahrene Gastfreundschaft lässt erhoffen, dass auch wir beim Weltjugendtreffen 2005 in Deutschland  in unseren Diözesen, Gemeinden und Verbänden zu guten Gastgebern werden.
Welcome to Germany!

Fakten zum Weltjugendtag 2002 in Toronto

Etwa 2000 Priester und über 500 Bischöfe, einschließlich 60 Kardinäle , aus aller Welt nahmen am Weltjugendtreffen teil
4000 Ziborien (zur Aufbewahrung der Hostien) und 40 Kelche wurden für den Abschlussgottesdienst hergestellt
Die schön gestalteten Pilgerrucksäcke wurden in Rahmen eines Rehabilitationsprogramms von Häftlingen eines Bundesgefängnisses angefertigt
Im ,,Duc in Altum Park" standen ständig 200 Priester zum Gespräch und Sakrament der Versöhnung zur Verfügung
Beim Jugendfestival gab es 173 auftretende Gruppen und 3000 Teilnehmer aus 35 Ländern. Der Afro Gospel Chor aus der KHG Paderborn war dabei
260 Schulen, 15.000 Privathäuser; Kasernen, Gemeindezentren und 150 Hotels haben die Pilger aufgenommen
25.000 Freiwillige aus allen Kontinenten leisteten über 8 Millionen Stunden Dienst
Bei der Abschlussveranstaltung im Downsview Park wurden benötigt:
21 große Videoleinwände
7.500 transportierbare Toiletten
110 Toiletten für Körperbehinderte
750.000 Rollen Toilettenpapier
2.000 Handys
150 Kilometer Kabel
1000 Lautsprecher
5 Feldkrankenhäuser und 12 Erste-Hilfe-Stationen mit mehr als 1000 medizinischen Freiwilligen
Das Gelände war so groß wie 180 Fußballfelder
3.300 Reisebusse gibt es in Kanada. Die Hälfte davon wurde beim Weltjugendtag gebraucht. Dazu kamen in Ontario 15.000 Schulbusse. Trotzdem war der Transport noch ein großes Problem
4000 Medienvertreter aus allen Kontinenten nahmen teil
3,5 Millionen Mahlzeiten wurden - leider an zu wenigen Ausgabestellen - ausgeteilt