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"Kommt ihm ganz nahe..."

"Als wir in Rom das Kreuz empfingen, habe ich mir versucht vorzustellen, durch wie viele Hände das Kreuz bereits gewandert ist und für wie viele Menschen in den unter-schiedlichsten Ländern der Welt das Weltjugendtagskreuz zu einem ganz besonderen Kreuz geworden ist. ...
In mir war und bleibt die Hoffnung, dass wir deutschen Jugendlichen der Aufforderung des Papstes, auf das Kreuz zu schauen und ihm nahe zu kommen, um Jesu willen folgen können."


Diese Hoffnung hat Annedore Wilmes, eine der Diözesan-delegierten,die bei der Übergabe des Weltjugendtagskreuzes und der Marienikone am Palmsonntag 2003 in Rom durch Papst Johannes Paul II. an die Jugendlichen aus Deutschland dabei war.
Bei dieser Übergabe an die deutschen Jugendlichen bat er die jungen Menschen erneut: "Schaut auf dieses Kreuz, kommt ihm ganz nahe, damit ihr erkennen könnt, mit welch wunderbarer Liebe uns der Herr geliebt hat, und überlasst euch mit Freude seinem Werk der Erneuerung der Herzen."
Das Kreuz - für uns Christen - als Symbol von Gottes Liebe, der seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat, wird auf seiner Pilgerreise zum Zeichen der Hoffnung, die Menschen trägt. Gleichzeitig stößt dieses Kreuz an, der Frage nach der eigenen Berufung in der Nachfolge Jesu auf die Spur zu kommen. Das Kreuz, als Symbol für das Leben und die Botschaft des Gekreuzigt-Auferstandenen, wird damit auch zur Herausforderung, diese Welt im Geist Jesu zu gestalten.
Unzählige Menschen sind in den vergangenen Jahren dem Weltjugendtagskreuz begegnet, und diese Begegnung hat die Herzen berührt. Das Glaubenszeichen lädt uns ein, dankbar anzunehmen, was Gott uns geschenkt hat. Es hält in uns wach, dass wir die Augen nicht verschließen dürfen vor der Realität und den Kreuzen in jedem menschlichen Leben und dieser Welt. Es erinnert uns daran, auch durch das Leid und den Tod dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen. Auf dem Pilgerweg werden junge Menschen eingeladen, Orte des Leidens und ihre eigene Leiderfahrung mit dem Leiden Jesu zu konfrontieren und in dieser Auseinandersetzung Gott ins Spiel kommen zu lassen. Das Kreuz hat auch vielen Menschen die Kraft gegeben, ihr Leben aus dem Glauben zu gestalten und auf dem Weg der Menschwerdung Gegensätze der Welt miteinander zu versöhnen. Dieses Symbol will nicht militant für das Christentum werben, sondern versteht sich als Einladung zur Versöhnung. Das Kreuz will versöhnen: die Menschen mit Gott und untereinander.

Auf dem "Weg der Versöhnung"

Unter dem Leitgedanken "Weg der Versöhnung" ist das Kreuz in 26 europäischen Ländern zu Gast gewesen, bevor die Wallfahrt durch die deutschen Diözesen am XIX. Weltjugendtag (Palmsonntag, 4. April 2004) in Berlin beginnt. Jugendliche aus Sarajevo werden das Kreuz, das auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. von der Marienikone begleitet wird, an deutsche Jugendliche übergeben. Wir verbinden mit diesem Weg den Wunsch, dass das Symbol als ein Zeichen der Versöhnung, der Verbundenheit im Glauben und der Solidarität jeweils von jungen Menschen an junge Menschen zum nächsten Ort weitergegeben wird. Die Wallfahrt kann an die gute Tradition des alljährlich stattfindenden ökumenischen Jugendkreuzweges anknüpfen. Die letzten 40 Tage vor dem Weltjugendtag in Köln sollen dann noch einmal besondere "Kreuzspuren" legen. Von Dresden nach Köln sind junge Menschen eingeladen, das Kreuz zu Fuß quer durch die Republik zu tragen.

Auf dem Weg zum XX. Weltjugendtag

Der Pilgerweg durch Deutschland ist ein wichtiges Element der geistlichen Vorbereitung auf das große Glaubensfest im August 2005. Er kann zu vorbereitenden Exerzitien werden, die in die tiefere Dimension der Spiritualität des bevorstehenden Weltjugendtags einführen. Unterschiedliche Wallfahrtstraditionen und Orte sollen dabei genauso aufgegriffen werden wie Orte, die für unser diakonisches und politisches Handeln in Geschichte und Gegenwart eine Bedeutung haben. Es wird bei diözesanen Jugendtagen, Jugendwallfahrten, Solidaritätsaktionen usw. mit seiner Präsenz auf den XX. Weltjugendtag hinweisen. Der Weg hat aber nicht nur eine Bedeutung für die Jugendpastoral. Er soll auch ausstrahlen in die Gesamtpastoral der Diözesen. Die einzelnen Bistümer tragen hierbei die Verantwortung für die Gestaltung ihres Wegabschnittes. Der "kreuzbewegte" Pilgerweg bietet für die Pastoral nicht nur eine außergewöhnliche Chance, sondern ermöglicht auch neue Kooperationsformen zwischen unterschiedlichen Trägern der Wegabschnitte. Die genauen Zeiten und Orte des Wegs sind dieser Arbeitshilfe zu entnehmen.
Dank sei den Mitgliedern des Arbeitskreises "Weltjugendtagskreuz" und allen gesagt, die durch ihren Beitrag und ihre Arbeit die Erstellung der Arbeitshilfe ermöglicht haben. Danke auch dem Verband der Malteser, der für den Transport des Kreuzes Sorge tragen wird, sowie allen, die den Pilgerweg des Weltjugendtagskreuzes betend oder auf andere Weise unterstützend begleiten.
Selbstverständlich stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Weltjugendtagsbüro in Köln für Nachfragen, Anregungen und Rückmeldungen gern zur Verfügung.
Abschließend möchte ich den Wunsch aus dem Memorandum des Päpstlichen Rates für die Laien aufgreifen und bekräftigen, dass der Pilgerweg des Weltjugendtagskreuzes durch unser Land "das Klima für den Weltjugendtag vorbereitet und wertvolle Früchte der Bekehrung und Versöhnung im Leben vieler Jugendlicher mit sich bringt."

Pfarrer Georg Austen
Sekretär des Weltjugendtags,
Deutsche Bischofskonferenz

Die gesamte Arbeitshilfe steht zum Download bereit hier