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"Der Glaube bekommt Hand und Fuß ..."

Der Tag des Sozialen Engagements ist zentraler Bestandteil der "Tage der Begegnung" in den deutschen Diözesen, die vom 11. bis zum 15. August 2005 im Vorfeld des XX. Weltjugendtags in Köln stattfinden. Der 12. August 2005 soll das "soziale Gesicht" der Botschaft Jesu für Gäste und Gastgeber erfahrbar und erlebbar werden lassen. Papst Johannes Paul II. hat selbst die jungen Menschen ermutigt und aufgefordert, "Baumeister einer selbst die jungen Menschen ermutigt und aufgefordert, "Baumeister einer Zivilisation der Liebe und der Gerechtigkeit" zu sein. In der gegenwärtigen katholischen Jugendarbeit - besonders auch in den Jugendverbänden - bildet das soziale Engagement einen wichtigen Grundpfeiler. Hier können junge Menschen eine Bereitschaft zum Engagement erlernen, die für den eigenen Lebensentwurf und die kirchliche Gemeinwesenarbeit prägend sein soll. Die christliche "Diakonie" ist der Wert- und Sinnhorizont, aus dem heraus die jungen Christinnen und Christen sich in vielfältiger Weise engagieren.
"Jede Arbeit mit Jugendlichen aus christlichem Geist (auch die Katechese, die Liturgie, die Spiritualität) muss ‘diakonisch’ sein, insofern die Verkündigung (das Wort) der Botschaft vom menschenfreundlichen Gott, selbst ein ‘Dienst am Menschen’ ist und ihre Glaubwürdigkeit auch erst durch den ‘Dienst am Menschen’ (die Tat) erhält. Eine Katechese, Liturgie oder Spiritualität, die nicht den Menschen als ganzen Menschen und besonders das Leid der Benachteiligten in den Blick nimmt und zur Linderung der Not antreibt, kann nicht christlich sein." Gerade das Ereignis des Weltjugendtags bietet die Chance, die wesentlichen Grundvollzüge unserer Kirche in Liturgie, Verkündigung und Diakonie in ihrer wechselseitigen Verwiesenheit und Bezogenheit aufzugreifen, sowie erfahrbar werden zu lassen. Unser Glaube bekommt Hand und Fuß, wenn aus den christlichen Werten heraus das soziale, politische und kulturelle Umfeld des Lebens wahrgenommen und mitgestaltet wird. Hier verbinden sich die individuellen Aspekte des persönlichen Glaubensvollzugs mit der Aufforderung, gemeinschaftlich und solidarisch für die Armen, Leidenden und Benachteiligten tätig zu werden.
Der Tag des Sozialen Engagements wird dezentral mit den je unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Diözesen an einem Tag durchgeführt werden. Die gastgebenden Jugendlichen sollen gemeinsam mit ihren Gästen fünf Stunden an einem sozialen Projekt arbeiten. Am Morgen des Aktionstags - vor der praktischen Arbeit - stellen die Jugendlichen ihre Gemeinde/Stadt/Bezirk anhand eines social mapping den Gästen vor. Im Anschluss an die praktische Arbeit findet eine gemeinsame Reflexion statt.
Der Tag mündet in einen gemeinsamen Gottesdienst und ein abschließendes Fest.
Das gemeinsame soziale Engagement soll dabei keine Alibiveranstaltung sein, sondern innerhalb des begrenzten Rahmens sinnvoll angelegt werden.

Aspekte für das soziale Engagement sind:

  • Junge Menschen erfahren etwas von gesellschaftlicher Realität, sozialer Not und menschlichen Schicksalen; von der Diskrepanz zwischen Armut und Reichtum.
  • Junge Menschen lernen bei sozialen Aktivitäten katholische Christen in Deutschland kennen.
  • Junge Menschen erleben Handeln in Gemeinschaft und kommen dabei vom Sehen zum Handeln und vom Erleben zum Reflektieren.
  • Junge Menschen erfahren: Wir sind als Gastgeber mit unseren Gästen gemeinsam auf dem Weg. Die Vertiefung des gemeinsamen Tuns ist ein Weg des interkulturellen Lernens.
  • Junge Menschen können etwas über sich selbst erfahren und lernen einander durch gemeinsames soziales Engagement kennen.
  • Jungen Menschen kann der Zusammenhang von Glaube, Alltag und Leben bewusst gemacht werden. Sie können ins Gespräch kommen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Ortskirchen.
  • Junge Menschen erfahren Solidarität und setzen ein Zeichen der Solidarität.
  • Junge Menschen geben durch das soziale Engagement ein gemeinsames Glaubenszeugnis für die Öffentlichkeit.
  • Junge Menschen erfahren durch eine soziale Aktion: Wir können etwas verändern und bewirken, wenn wir gemeinsam anpacken.
  • Die gastgebenden jungen Menschen orientieren sich selbst bei der Vorbereitung in ihrem Lebensumfeld am diakonischen Auftrag.
  • Junge Menschen erfahren, dass Hilfe gebraucht und angenommen wird.
  • Junge Menschen erleben durch das gemeinsame Tun z. B. in einem Umweltprojekt: Es macht Spaß und es ist ein Abenteuer.
  • Junge ausländische Gäste können die Erfahrungen in der Mitarbeit beim sozialen Engagement als eine ‘Frucht’ des Weltjugendtags mit in ihre Heimat nehmen."
Diese Arbeitshilfe will motivieren und ermutigen, sich am Tag des Sozialen Engagements zu beteiligen. Sie will mit Ideen und Vorschlägen anregen, dem Tag vor Ort ein eigenes Gesicht zu geben. Nicht zuletzt will sie anstoßen, diesen Tag nicht nur als eine "Aktion" zu sehen, sondern ihn mit dem Glaubensfest in Köln zu verbinden, um über den Weltjugendtag hinaus ein innovatives Zeichen für die Entwicklung der Jugendpastoral zu setzen.
Für Nachfragen, Anregungen und Rückmeldungen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bereichs Begegnung im Weltjugendtagsbüro in Köln selbstverständlich gern zur Verfügung.
Dank sei neben den Mitgliedern des Arbeitskreises "Soziales Engagement" allen gesagt, die durch ihren Beitrag und ihre redaktionelle Arbeit die Erstellung der Arbeitshilfe ermöglicht haben. Danke auch allen, die sich am Tag des Sozialen Engagements beteiligen oder ihn auf unterschiedliche Weise unterstützen werden.
Möge dieser Tag zeigen, dass unser Glaube "Hand und Fuß" hat.

Pfarrer Georg Austen
Sekretär des Weltjugendtags,
Deutsche Bischofskonferenz

Die gesamte Arbeitshilfe steht zum Download bereit hier