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"Glaube liegt in der Luft"

Schlaglichtartig greifen diese Worte die Spannung der gegenwärtigen Situation der Kirche in unserem Land auf. Wir sehen auf der einen Seite, dass bei vielen - nicht nur jungen Menschen - der Glaube verdunstet und sie heimatlos werden in unserer Kirche.
Andererseits erfahren wir, dass viele junge Menschen überall auf der Welt nachdenklich geworden und auf der Suche nach einer Mitte ihres Lebens wie einer guten Zukunft sind.
Dabei ist zu spüren: "Glaube liegt in der Luft!"

Das Leitwort des XIX. Weltjugendtags "Wir möchten Jesus sehen!" will ermutigen, dieser Spur des Glaubens, die in Jesus dem Christus ein Gesicht bekommen hat, nachzugehen. Es lädt ein, Christus als die Mitte unseres Lebens und der Gemeinschaft zu entdecken und zu feiern. Das Leitwort will nicht zuletzt anstoßen, in den nächsten Monaten vor dem XX. Weltjugendtag in Deutschland den Weg zu bereiten, dass Jesus Christus "ankommen" kann.
Bei vielen Besuchen, in Konferenzen und bei Einkehrtagen, in den Feiern von Gottesdiensten und bei Gebetstreffen erlebe ich, wie viele Menschen in allen (Erz-)Diözesen und auf allen Ebenen dieses Glaubensfest mit vorbereiten. Eine freudige Erwartung und positive Motivation auf die Tage der Begegnung in den Diözesen und das zentrale Glaubensfest in Köln hin ist nicht zu übersehen. Des Weiteren wird die Chance ergriffen, in der Vorbereitung der Gastgeberrolle Wege zu suchen, um das Vertrauen in die Menschheitsfamilie wachsen zu lassen.
Als Pilgerweg junger Menschen will der Weltjugendtag Brücken bauen, Brücken des Glaubens, der Solidarität und der Hoffnung zwischen den Kontinenten, Völkern und Kulturen.
Die Konturen eines solchen Brückenbaus werden bei uns auch schon deutlich, wenn sich unterschiedliche Träger der Jugend- und Gesamtpastoral im Anliegen einer guten geistlichen und organisatorischen Vorbereitung dieses Weltereignisses verbinden.
Fragen wie beispielsweise: "Können die notwendigen Anstrengungen zur Durchführung des Weltjugendtags finanziell und personell bewältigt werden?"; "Was bringt uns der Weltjugendtag?"; "Was bleibt nach dem Weltjugendtag?" sollen nicht verschwiegen werden. Diese oder ähnliche Fragen sind wichtig, um das Glaubensfest zu "erden", und sie machen die Notwendigkeit deutlich, maßvolle sowie angemessene Rahmenbedingungen zu setzen. Gleichwohl wollen sie nicht hindern, mit großer Zuversicht und im Vertrauen auf Gottes Hilfe den erforderlichen Einsatz aufzubringen, unsere Kirche und unser Land für eine gute Gastgeberschaft vorzubereiten.
Die vorliegende Arbeitshilfe zum XIX. Weltjugendtag will unterstützen, das Leitwort in verschiedenen Facetten aufleuchten zu lassen und unterschiedliche Wege aufzeigen für die geistliche Vorbereitung des XX. Weltjugendtags. Dies zeigt auch die Herkunft und die Bandbreite der Beiträge aus unterschiedlichsten Feldern der Pastoral.
Dank sei allen gesagt, die durch ihren Beitrag und ihre redaktionelle Arbeit die Erstellung der Arbeitshilfe ermöglicht haben.
Für weitere Fragen und zur Unterstützung stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Weltjugendtagsbüro in Köln gern zur Verfügung.
Die vielen guten Vor-Zeichen für den XX. Weltjugendtag 2005 in Deutschland und der Beginn des Pilgerwegs der Versöhnung des Weltjugendtagskreuzes durch Deutschland am Palmsonntag 2004 in Berlin sind für mich beeindruckende Hinweise dafür, dass "Glaube in der Luft liegt."

Pfarrer Georg Austen
Sekretär des Weltjugendtags,
Deutsche Bischofskonferenz

Die gesamte Arbeitshilfe steht hier zum Download bereit