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"Und sie kehrten auf einem anderen Weg in ihr Land zurück!"

Nach dem Vortrag von Bischof Dr. Bode, der schon viele Anstöße zur geistlichen Dimension und zur Wirkung des XX. Weltjugendtags gegeben hat, möchte ich nur noch einige Aspekte aus meinem Erfahrungsbereich in der Vorbereitung des Glaubensfestes im Weltjugendtagsbüro und in der Koordination der deutschen Diözesen geben.

Gäste sind ein Segen

Der Weltjugendtag lässt unsere Verbundenheit in der Weltkirche konkret werden und fördert internationale Partnerschaften.

Der XX. Weltjugendtag stellt für uns in Deutschland eine einzigartige Chance dar, die Universalität der katholischen Kirche unmittelbar zu erleben. Dabei denke ich an die zentralen Veranstaltungen im Erzbistum Köln, die Katechesen und die Domwallfahrt, die Gottesdienste und Begegnungen mit dem Heiligen Vater.
Von großer Bedeutung sind hier auch die Veranstaltungen des sog. Jugendfestivals. Unterschiedliche Angebote im künstlerisch-kulturellen, geistlichen und thematischen Bereich lassen eine internationale Gemeinschaft sichtbar werden.
In Gemeinschaft und im Dialog soll nach Antworten aus dem Glauben auf die Fragen unserer Zeit gesucht werden.
Ich denke vor allem aber auch an die Tage der Begegnung in unseren Diözesen, in deren Rahmen überall in Deutschland persönliche Begegnungen "von Mensch zu Mensch" mit jungen Gläubigen aus anderen Kulturen, Nationen und Erdteilen möglich sein werden. Diese Erfahrungen mit interkulturellen Begegnungen werden den Horizont jedes Einzelnen und unserer Pfarrgemeinden weiten.
Von Anfang an haben wir angeregt, bestehende Partnerschaften der Diözesen, der Pfarreien, der Verbände und der verschiedenen kirchlichen Gruppen sowie der Partnerstädte der Kommunen und der Schulen aufzugreifen und als gute Anknüpfungspunkte für die Tage der Begegnung zu sehen. Bisher sind über 1.700 Partnerschaften bei uns in Köln angemeldet worden, d.h. zum jetzigen Zeitpunkt werden etwa 100.000 junge Menschen in allen Diözesen als Gäste über Partnerschaften teilnehmen. Partnerschaften zu leben und zu fördern ist eine gute Möglichkeit, ihnen gegenüber eine Wertschätzung zu zeigen. Sie können auch schon bei der möglichen Programmgestaltung in den Pfarreien und Diözesen mitwirken. Die Chance besteht darin, mit Blick auf den Weltjugendtag bestehende Partnerschaften zu beleben und zu pflegen oder auch neu ins Leben zu rufen.
Gerade die Beziehungen, die uns im Glauben verbinden, geben den jungen Menschen und unseren Gemeinden die Möglichkeit, den Weltjugendtag über das Ereignis hinaus wirken zu lassen. Ein deutliches Zeichen ist schließlich eine Vielzahl von Solidaritätsaktionen in Bistümern, Gemeinden, Verbänden und Bewegungen, die Jugendlichen aus wirtschaftlich ärmeren Ländern eine Teilnahme am Weltjugendtag ermöglichen wollen.
Insgesamt kann man feststellen, dass das Bewusstsein für globale Zusammenhänge in sozialen, ökonomischen und ökologischen Belangen stetig wächst - nicht zuletzt durch die zunehmende kulturelle und ethnische Vielfalt in Deutschland selbst. Oft sind es gerade junge Menschen, die Initiativen zur konstruktiv-kritischen Bearbeitung globaler Verpflichtungen mittragen. Auch die katholische Kirche ist ein "Global Player" und "Prayer". Dennoch kreist die Auffassung von der Kirche unter deutschen Jugendlichen oft um nationale oder kulturräumliche Krisenphänomene. Die Tage der Begegnung und der Weltjugendtag bieten Möglichkeiten, unsere Kirche als Weltkirche erfahrbar zu machen. Junge Menschen können erleben wie andere jungen Menschen aus verschiedensten Kulturen christlichen Glauben leben. Insbesondere die Tage der Begegnung in Pfarreien, Familien und Diözesen ermöglichen intensive Kontakte zwischen den gastgebenden deutschen Jugendlichen und den Gäste aus aller Welt. Hier ist das Ziel, dass für die jungen Christen und unsere Pfarrgemeinden zu erkennen ist, dass Christen auf unterschiedlichen Wegen in einem Geist unterwegs sind und dass dieser Geist trotz räumlicher und kultureller Distanzen eint. Unterschiede treten positiv und bereichernd in Erscheinung. Freilich wird es auch hier darauf ankommen, wie geknüpfte Kontakte beim und über den Weltjugendtag hinaus weitergeführt werden können.

Der Weltjugendtag setzt ein deutliches Zeichen für christliche Diakonie.

Das Ereignis des Weltjugendtags bietet die Chance, die wesentlichen Grundvollzüge unserer Kirche, Liturgie, Verkündigung und Diakonie in ihrer wechselseitigen Bezogenheit aufzuzeigen. Im Rahmen der Tage der Begegnung wird am Tag des Sozialen Engagements die diakonische Grundfunktion der Kirche in den Blick gerückt.

"Seid Baumeister einer Zivilisation der Liebe und der Gerechtigkeit!" Papst Johannes Paul II. wird nicht müde, die Jugendlichen zu ermutigen. Er schaut nicht auf die Jugendlichen wie Sorgenkinder, sondern er traut ihnen zu, die Zukunft der Kirche und der Gesellschaft mit aufzubauen, denn unsere Kirche, unsere Gesellschaft, unsere Welt ist dauernd "under construction", also im Aufbau befindlich. Dieser Auftrag soll zeichenhaft durch den Tag des Sozialen Engagements, der unter dem Leitwort "under construction" steht, aufgegriffen werden. Am 12. August werden in ganz Deutschland Gastgeber und Gäste gemeinsam Sozialaktionen dezentral durchführen. Auf diese Weise soll dass "soziale Gesicht" der Botschaft Jesu erfahrbar und erlebbar werden. In der gegenwärtigen katholischen Jugendarbeit - besonders auch in den Jugendverbänden - bildet das Sozialen Engagement einen wichtigen Grundpfeiler. Hier können junge Menschen eine Bereitschaft zum Engagement erlernen, die für den eigenen Lebensentwurf und die kirchliche Gemeinwesenarbeit prägend sein soll. Die christliche "Diakonie" ist der Wert- und Sinnhorizont, aus dem heraus die jungen Christinnen und Christen sich in vielfältiger Weise engagieren. Hier lassen sich auch für zukünftige Handlungsfelder Ressourcen bei knapper werdenden Finanzmittel erahnen.
Eine Katechese, Liturgie oder Spiritualität, die nicht den Menschen als ganzen und besonders das Leid der Benachteiligten in den Blick nimmt und zur Linderung der Not antreibt, kann nicht christlich sein. Der von den Nationalsozialisten ermordete Jesuitenpater Alfred Delp forderte schon vor sechzig Jahren die Rückkehr der Kirche in die Diakonie. "Damit meine ich das Sich - Gesellen zum Menschen in allen seinen Situationen mit der Absicht, sie meistern zu helfen ohne anschließend irgendwo eine Spalte und Sparte auszufüllen. Damit meine ich das Nachgehen und Nachwandern auch in die äußersten Verlorenheiten und Verstiegenheiten des Menschen, um bei ihm zu sein, genau und gerade dann, wenn ihn Verlorenheit und Verstiegenheit umgeben. "Geht hinaus", hat der Meister gesagt und nicht: "setzt euch hin und wartet, ob einer kommt." Damit meine ich die Sorge auch um den menschentümlichen Raum und die menschenwürdige Ordnung. Es hat keinen Sinn, mit einer Predigt und Religionserlaubnis, mit einer Pfarrer- und Prälatenbesoldung zufrieden den Menschen ihrem Schicksal zu überlassen. Damit meine ich die geistige Begegnung als echten Dialog, nicht als monologische Ansprache und monotone Quengelei" (Alfred Delp, 1945). Für ihn hängt von dieser Haltung auch das zukünftige Schicksal der Kirche ab.
Unser Glaube wird greifbar, wenn aus den christlichen Werten heraus das soziale, politische und kulturelle Umfeld des Lebens wahrgenommen und mitgestaltet wird. Hier verbinden sich die individuellen Aspekte des persönlichen Glaubensvollzugs mit der Aufforderung, gemeinschaftlich und solidarisch für die Armen, Leidenden und Benachteiligten tätig zu werden.
Was bringt dieser Tag? Nicht selten sind die Fragen zu hören: "Es ist so schwierig, was können wir an diesem Tag überhaupt tun?" "Wie wirkt es auf die ausländischen Gäste, wenn sie bei uns "arbeiten" sollen?!" oder auch: "Ist der Tag nicht eine Alibiveranstaltung?!" In vielen Gesprächen beim Besuch von ausländischen Delegationen erfahren wir im Kölner Weltjugendtagsbüro, dass sie den Tag des Sozialen Engagements begrüßen und gern mitmachen würden. Dieser Tag kann und will "nur" ein deutliches Zeichen der Solidarität setzen. Aber vielleicht kann den jungen Menschen auch im Zusammenhang mit der Firmung oder anderer Jugendpastoral die Diakonie in ähnlichen Aktionen nach dem Weltjugendtag nahe gebracht werden. Vielleicht ergeben sich durch Kooperationen mit caritativen Einrichtungen oder in der Begegnung mit sozialen Brennpunkten längerfristige Beziehungen. Vielleicht werden auch die Jugendlichen sensibler für die soziale Not in ihrem Lebensumfeld und den notwendigen Dienst der Kirche. Wir haben die Chance, dass junge Menschen erfahren: Wir sind als Gastgeber mit unseren Gästen gemeinsam auf dem Weg, ihnen kann der Zusammenhang von Glauben, Alltag und Leben bewusst gemacht werden. Sie können ins Gespräch kommen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Ortskirchen, und nicht zuletzt geben die jungen Menschen durch das soziale Engagement ein gemeinsames Glaubenszeichen für die Öffentlichkeit. Dabei erfahren sie, dass sie etwas verändern und bewirken können, wenn sie gemeinsam anpacken, sie erleben aber auch durch das gemeinsame Tun: Es macht Spaß und es ist ein Abenteuer.

Mitverantwortung fördert die Identifikation

Um den Weltjugendtag durchführen zu können, sind wir auf die Mithilfe unzähliger ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angewiesen. Erfreulicherweise hat die ehrenamtliche Mitarbeit eine gute und lange Tradition in der bestehenden Jugendpastoral.

Insgesamt benötigen wir circa 20.000 Kurzzeitfreiwillige in Köln und 1.200 Teamleiter, die derzeit ausgebildet werden. Auch bei uns im Weltjugendtagsbüro arbeiten inzwischen etwa 140 Langzeitfreiwillige aus 30 Ländern der Erde mit. Ihr Engagement, ihre Bereitschaft zur Mitarbeit, aber auch ihr Suchen und Fragen im Glauben sowie ihr Glaubenszeugnis zu erleben, ist für mich eine Ermutigung in der Vorbereitung des Weltjugendtags. Erfreulicherweise wurden aber auch in unseren Diözesen bis auf die Regional- oder Pfarrebene Gruppen eingerichtet. Hier im Erzbistum Paderborn sind es die so genannten LOK's, die verantwortlich für die inhaltliche und logistische Vorbereitung sowie die Durchführung dieses Glaubensfestes sind. Die Erfahrungen zeigen, dass nicht nur aktuelle Träger von Jugendpastoral für die Mitwirkung ansprechbar sind, sondern oftmals auch Menschen, die wenig oder keinen Bezug zur Jugendarbeit haben. Hier liegt eine Chance, den Weltjugendtag in der bestehenden Jugendpastoral zu verankern und gleichzeitig neue Kräfte zu motivieren. Eindeutiges Ziel ist es, dass wir nicht den Weltjugendtag für die Jugendlichen ausrichten wollen, sondern gemeinsam mit ihnen dieses Glaubensfest gestalten. Eine Nachhaltigkeit des Weltjugendtags in Deutschland kann nur dann erzielt werden, wenn Jugendliche als Subjekte in die Planung und Durchführung mit einbezogen werden. Denn Jugendliche leben und erleben Religiosität tagtäglich. Auch wenn sie sich seltener in den traditionellen Kirchenräumen tummeln, sind sie kompetente Subjekte der Jugendpastoral. "Die Kirche hat der Jugend viel zu sagen und die Jugend hat der Kirche viel zu sagen. Dieser gegenseitige Dialog muss offenherzig, klar und mutig sein. Er fördert die Begegnung und den Austausch zwischen den Generationen und wird für die Kirche und Gesellschaft Quelle des Reichtums und des Jungseins", so Papst Johannes Paul II. in seinem nachsynedalen Schreiben "Christifideles Laici" von 1988. Bereitschaft zu diesem Dialog bedeutet allerdings nicht, dass einer der Beteiligten die "Wahrheit" von vorneherein kennt, sondern dass sich beide Dialogpartner darauf einlassen, sich anfragen und sich gegebenenfalls vom Dialogpartner auch etwas sagen zu lassen. Je mehr junge Menschen vor Ort verantwortlich in die Gestaltung des Weltjugendtags miteinbezogen werden, desto mehr werden sie sich auch mit dem Ereignis und der Gastfreundschaft identifizieren. Hier werden auch die Spuren für eine pastorale "Nachhaltigkeit" dieser Erfahrungen gelegt. Jugendliche, die als aktive Subjekte in den Vorbereitungsebenen eingebunden waren, dürfen nach Abschluss des Weltjugendtags nicht wieder in die zweite Reihe zurücktreten müssen. Ihr Engagement bei den Tagen der Begegnung in den deutschen Diözesen darf nicht verpuffen. Hierzu ist es unbedingt notwendig, dass Jugendliche mit ihren Erlebnissen, ihrem Engagement und auch ihren Frusterlebnissen in den Gemeinden aufgefangen werden. Die bestehenden Strukturen der Jugendpastoral (Verbände, Bewegungen gemeindliche und offene Jugendarbeit) halten wichtige Anknüpfungspunkte vor. Ebenso muss der Blick auf eine zukünftige Pastoral für und mit "jungen Erwachsenen" mehr in den Blick genommen werden. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den meist von Erwachsenen getragenen gemeindlichen Gremien (KV, PGR) ist anzustreben. Das Leben junger Menschen wird zunehmend mobiler, und ein kontinuierliches Engagement, das sich in der Heimatgemeinde von der Kinder- und Jugendzeit bis ins Alter fortsetzt, bildet die Ausnahme. Durch Ausbildung, Studium und Arbeitsplatz sind Jugendliche einem enormen Flexibilitätsdruck ausgesetzt. In den institutionalisierten Angebots- und Vergemeinschaftungsformen für diese Zielgruppe könnten sie eine gemeinde- unabhängige Beheimatung auch in der "Ferne" finden.

Begleiten tut Not

Als ich vor gut zwei Jahren meinen Dienst bei der Deutschen Bischofskonferenz begann, war eine meiner ersten Aufgaben, alle deutschen Diözesen zu besuchen, um über die Vorbereitung des Weltjugendtags zu informieren und zu einer Mitarbeit zu motivieren. Ich gestehe ein, dass der Weltjugendtag längst nicht überall mit offenen Armen aufgenommen wurde. "Werden wir dieses Ereignis personell und finanziell stemmen können?" und "Was heißt die Vorbereitung für unsere eigene Jugendpastoral mit und aus römischer Sicht?", waren einige der mir gestellten Fragen. Dabei ist das Thema der Urlaubssperre als eine der ersten Informationen oder die Feststellung, dass der Pfarrer selbst gedenkt, im August in den Urlaub zu fahren, wenn die Welt in seiner Gemeinde zu Gast ist, nicht unbedingt förderlich für eine Motivation der Mitarbeiter. Doch leider ist dies zunächst als erstes bei einigen Mitarbeitern in manchen Diözesen angekommen. Gott sei Dank hat sich die Bereitschaft, gemeinsam dieses Anliegen zu tragen, und die Atmosphäre für den Weltjugendtag zum Positiven gewandelt. Nicht zuletzt trug der Pilgerweg des Weltjugendtagskreuzes zu dieser geistlichen Wegbereitung bei. Eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Tage der Begegnung und des Weltjugendtags in unserem Land spielen doch die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob Bischöfe, Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferenten oder Mitarbeiter in anderen pastoralen Aufgabenfeldern. Sie können motivierend oder blockierend zum Gelingen beitragen. Wenn ich gefragt werde, welche Rolle und Aufgabe Hauptberufliche beim Weltjugendtag haben, antworte ich ganz klar: Der Weltjugendtag ist ein Fest der Jugend im Alter zwischen 16 und 30 Jahren. Wer älter ist, kann nur als Freiwilliger mit einer Aufgabe oder als Gruppenleiter teilnehmen.
Als Hauptberufliche haben wir jedoch eine enorm wichtige und notwendige Aufgabe vor, während und nach dem Weltjugendtag. Neben allen logistischen und organisatorischen Aufgaben erlebe ich, wie wichtig die geistliche Begleitung von jungen Menschen heute ist und wie groß die Erwartungen an geistliche und glaubwürdige Menschen sind - vielleicht nicht auf den ersten Blick. Ich glaube, sie sind wichtig zur Motivierung und zur Orientierung. Oft werden jungen Menschen nur über persönliche Ansprache sich bewegen lassen, am Weltjugendtag teilzunehmen. Am besten ist es, gemeinsam mit ihnen aufzubrechen und die Tage zu erleben. Sie erwarten aber auch von der Gemeindeleitung, dass sie in der Übernahme bei Aufgaben konkret wissen, was auf sie zukommt, dass sie geistlich und unterstützend begleitet werden, sowie inhaltliche Impulse bekommen. Dies gilt auch für den Weltjugendtag. Die Rolle von pastoralen Mitarbeitern ist es, Orientierung zu geben im übervollen Angebot und bei der Suche nach Halt in der Masse, Kontakt- und Ansprechpersonen zu sein (auch für Einzelreisende), Räume zu eröffnen, über das Erlebte zu sprechen; Gesprächspartner oder Beichtvater zu sein, wenn sich gerade ungeplante Fragen über Leben und Glauben auftun; gemeinsam zu Gottesdiensten oder Katechesen zu gehen und so für eine Teilnahme zu motivieren; miteinander zu beten und zu singen oder die Hilfsbereitschaft, in Notlagen oder bei Krankheit einfach da zu sein.

Ich denke aber daran, auch persönliche Beziehungen aufzubauen oder Ansprechpartner bei der Rückkehr in die Gemeinden zu sein, wenn es gilt, das Erfahrene in den Alltag zu übersetzen. Nicht selten brechen nämlich bei den jungen Menschen die Frage nach Christsein in der heutigen Welt oder nach der eigenen Berufung auf, und sie suchen einen Gesprächspartner.
Ein letztes: Um die vielen erwarteten Wirkungen des XX. Weltjugendtags 2005 zu erzielen - sie dürfen aber auch nicht überschätzt werden - ist es notwendig, dass bei allen Sparzwängen allen auch nach dem Weltjugendtag ein ausreichendes Angebot an Jugendpastoralenkräften auf den unterschiedlichen Handlungsebenen der Pfarreien, Dekanate, Diözesen, Länder und auf Bundesebene beibehalten wird. Im gleichen Maße gilt dies für die jugendpastoralen Einrichtungen (Bildungshäuser, Jugendverbände, Jugendreferate usw.), die zur Verfügung stehen müssen, damit auch in unserer Kirche Räume, Personen und Orte eröffnet werden beziehungsweise offen bleiben, wo eine klare Option für die Jugend sichtbar wird.

Pfarrer Georg Austen
Sekretär des Weltjugendtags,
Deutsche Bischofskonferenz