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Das Boot muss umgebaut werden

Die Steuerungsgruppe zur Umsetzung der Perspektive 2014: von links Josef Lüttig, Pfarrer Georg Austen, Dr. Michael Werneke, Karl-Josef Tielke, Prälat Thomas Dornseifer, Generalvikar Alfons Hardt, Stephan Winzek, Thomas Klöter, Domvikar Dr. Michael Bredeck.Foto: Pressestelle
Paderborn. Seine Arbeit fasst er gern im Dreiklang zusammen: „Sehen, urteilen, handeln“, benennt Pfarrer Georg Austen die Grundlagen seiner neuen Tätigkeit. Seit Monatsbeginn hat der engagierte Priester, zuletzt Geschäftsführer des Weltjugendtages, sein Büro im Paderborner Generalvikariat. Als Chef der neuen Steuerungsgruppe soll er den Pastoralprozess 2014 begleiten. Und ihn mit den neuen Strukturen zusammenbringen. Seine Aufgabe dabei sieht er in einer Scharnierfunktion: bisherige Aktivitäten bündeln sowie die künftigen Rahmenbedingungen steuern.

Der Erzbischof hatte ihn selbst angestoßen, den Prozeß der „Perspektive 2014“. Das war vor gut zwei Jahren. Die Umsetzung der neuen Organisationsstruktur mit Abschaffung der Regionalebene und Schaffung neuer Dekanate war eine Umsetzung daraus. Doch auch pastoral sei vieles aufgeblüht, weiß Georg Austen zu berichten. Und so geht es für ihn einerseits darum, „wahrzunehmen, was passiert, um es dann zu bewerten und letztlich zu vernetzen“.

„So wie es im Moment ist, kann es nicht weitergehen“, zitiert Austen. Und deshalb habe der Erzbischof gesagt, dass er den Verantwortlichen zumute, in einen Dialogprozess einzusteigen. Der solle sich auf die Suche machen nach der Situation vor Ort, solle die Kirche in unterschiedlichen Situationen wahrnehmen.
Ganz praktische Zielfelder für Pfarrer Austen sind die Bereiche „Glauben leben“ und „missionarisch Kirche sein“ sowie „diakonisch handeln“. Dort solle die Frage gestellt werden, „wie wir in Zukunft als Kirche leben möchten, wie wir wahrgenommen werden möchten und was daraus an Aufgaben auf uns zukommt“.
Die Steuerungsgruppe ist dabei direkter Zuarbeiter für die Bistumsleitung. Derzeit würden die Arbeitsfelder gesichtet, Caritas und Gemeindebegleitung, beispielsweise, aber auch die Verwaltung. Dann gehe es darum, Projekte zu sammeln, die Zielrichtung zu justieren, zu bündeln und zugleich auch geistlich zu untermauern.

Zwei deutliche Signale will Pfarrer Austen mit der Arbeit der Steuerungsgruppe aussenden: „Kirche ist kein sinkendes Schiff“, ist er zuversichtlich, dass es genug Impulse gibt für die Zukunft. Aber zugleich müsse ein Zweites sicher sein: „Wir sitzen alle in einem Boot, aber wir müssen es umbauen“, benennt er die Anforderungen. Denn nur so könne das Boot der Kirche von Paderborn diese Zukunft auch sicher erreichen.

Quelle: Christian Schlichter - Der Dom - Februar 2007