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25 Bischöfe aus Skandinavien und Osteuropa erwartet
Bonifatiuswerk der Katholiken bekommt neuen Generalsekretär

Festveranstaltung im Hotel Aspethera Paderborn (KNA) Mehr als zehn Jahre hat er sich für die Diaspora eingesetzt - für Katholiken, die in Nord- und Ostdeutschland, in Skandinavien und im Baltikum in der Minderheit leben. Am Samstag wird Prälat Clemens A. Kathke als Generalsekretär des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken in Paderborn verabschiedet. Pfarrer Georg Austen, zuvor Sekretär des Weltjugendtags 2005, tritt die Nachfolge des 70-Jährigen an. Zum Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Dom und zum anschließenden Festakt werden 800 Gäste erwartet, darunter 25 deutsche, skandinavische und osteuropäische Bischöfe.

Der in Bernburg an der Saale geborene Kathke wurde 1962 in Paderborn zum Priester geweiht. Danach übernahm er verschiedene Ämter im sozialen Sektor. Zielrichtung seiner Arbeit: Dass die Menschen vom Individualismus wegkommen, wie er sagt, hin zu einem „mitverantwortlichen Wir-Gefühl“. Im Bonifatiuswerk hat Kathke, der 1999 zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt wurde, einige Neuerungen eingeführt: „Inhaltlich haben wir besonders die Kinderpastoral und die Jugendarbeit in den Fokus gestellt“, erinnert er sich. Das sei bis heute eines der wichtigsten Anliegen für Katholiken in Diasporaregionen. Besonders beeindruckt hat ihn, dass dort mit Spenden seines Hauses in den vergangenen Jahren immer wieder neue Klöster gebaut und eingeweiht wurden.

Das Bonifatiuswerk fördert Bau und Renovierung von Kirchen, Gemeindezentren, Schulen, Jugendhäusern sowie die Weiterbildung von Priestern. 2007 hat es nach eigenen Angaben gut 100 Bauprojekte in Nord- und Ostdeutschland, Nordeuropa und im Baltikum mit 4,6 Millionen Euro unterstützt. Der Anteil der Katholiken liegt in den Gebieten zwischen einem und fünf Prozent. Durch den Zuzug von Flüchtlingen aus aller Welt steigen die Zahlen oft an. Die Kirchengemeinden stehen vor der Aufgabe, die Neuankömmlinge in Pfarreien und Gesellschaft zu integrieren. Im zunehmend säkularisierten Deutschland will das Bonifatiuswerk nach den Worten des scheidenden Generalsekretärs „Glaubens- und Missionsimpulse“ setzen. Auf viel Medieninteresse etwa sind bunte Aktionen für den Sonntagsschutz und gegen den Konsumrummel um den rot-weißen Weihnachtsmann gestoßen.Aufmerksamkeit erlangten auch Umfragen, die die Organisation zum Thema Glauben in Auftrag gab - etwa zur religiösen Kindererziehung oder über junge Väter und Religion. Auf solche medienwirksamen Aktionen setzt auch der künftige Generalsekretär Austen: „Es muss sichtbar werden, dass es im Bonifatiuswerk nicht nur um Geld geht, sondern um Inhalte, das Profil unseres Glaubens. Wir wollen unsere Werte gegen viele Formen der Lebensentwertung setzen.“

Schon vor dem Amtsantritt hat der 49-Jährige Reisen unternommen, um Erfahrungen in der Diaspora zu sammeln: „Ob in Schweden oder in den Bistümern Erfurt und Hamburg: Überall bin ich auf tolle Projekte der Glaubensweitergabe gestoßen“, so der Pfarrer. Viele davon sollten auch in anderen Regionen umgesetzt werden. Austen, der im westfälischen Salzkotten geboren wurde und in Paderborn und München Theologie studierte, hat seit der Priesterweihe 1986 viel mit Jugendlichen gearbeitet, etwa als Leiter der Katholischen Hochschulgemeinde in Paderborn. Als Sekretär des Weltjugendtags hat er ab 2002 im Vorfeld des Kölner Papst-Großereignisses bundesweit Treffen organisiert, Netzwerke geknüpft und Projekte angestoßen - Fähigkeiten, die er im Bonifatiuswerk brauchen wird. (KNA - 2361)



Quelle: Viola van Melis - KNA - 21.02.2008