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Taktstock, Vorhängeschloss und Seil
Georg Austen tritt sein Amt als Generalsekretär des Bonifatiuswerkes an

Pfarrer Austen (links) macht künftig die Musik im Bonifatiuswerk:Zum Amtsantritt bekommt er einen Taktstock vom Präsidenten. Einen hölzernen Taktstock, ein verrostetes Vorhängeschloss und ein grünes Seil bekommen nicht viele zum Start am neuen Arbeitsplatz geschenkt. Der neue Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken, Pfarrer Georg Austen, durfte sich aber anlässlich seines Amtsantritts am 3. März 2008 über diese Utensilien freuen.

"Vor sich sehen Sie Ihr neues Orchester", sagte der Präsident des Diaspora-Hilfswerkes, Georg Freiherr von und zu Brenken, im Rahmen der Amtsübergabe im Bonifatiushaus am Paderborner Kamp. "Ich wünsche Ihnen, dass Sie die unterschiedlichen Stimmen der 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Klingen bringen", so der Präsident. Zu seinem gekonnten Schwung des Dirigentenstabes bekam Austen aber vorerst nur die kräftige "Lachstimme" der Belegschaft zu hören. Mit den Worten "und schließen Sie das Haus abends immer schön ab" übergab der Präsident zudem ein schweres, eisernes Vorhängeschloss an den neuen Hausherrn, der Prälat Clemens A. Kathke im Amt des Generalsekretärs folgt.

"Damit wir alle an einem Strick in die selbe Richtung ziehen", überreichte Norbert Fiedler im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein leuchtend grünes, dickes Seil. "Wir freuen uns auf Sie", betonte der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung.

Und auch Pfarrer Austen war zum ersten Arbeitstag nicht mit leeren Händen gekommen. Er hatte ein bedeutsames Symbol mitgebracht: einen Stein vom Kölner Dom. "Zu diesem Stein möchte ich Ihnen die Geschichte von zwei Steinmetzen erzählen, die auf die Frage nach ihrer Arbeit ganz unterschiedlich antworteten: ‚Ich arbeite hier und behaue einen Stein', sagte der eine. ‚Ich behaue einen Stein und baue mit an einer Kathedrale', lautete die Antwort des zweiten Handwerkers." Letzteres wünschte sich der neue Generalsekretär auch für die Arbeit im Bonifatiuswerk: "Dass wir - egal ob am Empfang, im Versand, in der Buchhaltung oder in der Pressearbeit - das Ganze sehen. Dass wir zusammen an einer lebendigen Kirche bauen."Diesen Wunsch beantworteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem herzlichen Applaus. Doch auf die gemeinsame Umsetzung in die Tat müssen alle noch ein wenig warten. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls wird Austen voraussichtlich erst nach Ostern täglich auf dem Chefsessel Platz nehmen können. Das Schwingen des Taktstockes aber kann der neue Generalsekretär gewiss schon zu Hause üben - schließlich stärkt das auch den Rücken.

Quelle: Carolin Meyer - Bonifatiuswerk - 04.03.2008