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"Erhöhter Grundwasserspiegel" des Glaubens

Bistum Fulda 13.02.06 - Fulda (bpf). Georg Austen, Sekretär des Weltjugendtages (WJT) der deutschen Bischofskonferenz, war am 8. Februar zu Gast in Fulda zu einem Gespräch über Nachwirkungen und Aufbrüche nach dem Weltjugendtag 2005. Austen besucht momentan viele deutsche Diözesen, um sich über Auswirkungen und Perspektiven für die WJT-Nacharbeit zu informieren. Dabei traf er das Fuldaer Leitungsteam des WJT 2005, bestehend aus dem damaligen Diözesanjugendpfarrer Thomas Maleja, WJT-Koordinator Thomas Bretz, BDKJ-Geschäftsführer Frank Post und der Referentin für religiöse Bildung Simone Twents sowie dem Jugendbeauftragen der Hünfelder Oblaten, Pater Thomas Wittemann OMI. Bischof Heinz Josef Algermissen war leider wegen anderer Verpflichtungen verhindert, verfolgt aber die Entwicklungen mit regem Interesse.

In der Diözese Fulda, so das Leitungsteam einhellig, seien im großen und ganzen sehr positive Nachwirkungen feststellbar, die sich vor allem in einem "erhöhten Grundwasserspiegel" des Glaubens und der Solidarität mit der Kirche zeigten. Außerdem gebe es in fast allen Dekanaten des Bistums Initiativen, die weitergegangen oder aus dem WJT hervorgegangen seien. Die Nachwirkungen des WJT seien auch mit abhängig von der positiven oder negativen Haltung der Seelsorger und Hauptamtlichen vor Ort. In einem Informationsaustausch mit den WJT-Vertretern der einzelnen Dekanate sind sehr viele positive Nachwirkungen deutlich geworden, so z. B. ein neuer Schwung für die bestehende verbandliche und pfarrliche Jugendarbeit, die Gründung neuer Pfarrjugendgruppen und Jugendgottesdienstteams sowie pfarreiübergreifende Initiativen. So hat etwa im Diasporadekanat Eschwege bereits das dritte Wochenende der WJT-Fahrer stattgefunden, das Jugendliche aus verschiedenen Pfarreien miteinander verbindet. Viele Pfarreien bzw. Dekanate planen für 2006 Gegenbesuche bei ihren Gästen, so beispielsweise die Pfarrei Bad Salzschlirf in Rumänien.

Insgesamt wurde die Nachhaltigkeit des Weltjugendtages in dem Gespräch unter verschiedenen Aspekten reflektiert, unter anderem mit Blick auf die internationalen Kontakte, auf die Freiwilligen, auf Anknüpfungspunkte bei Jugendlichen und bei Hauptamtlichen, auf die Zielgruppe "Junge Erwachsene" und mit Ausblick auf die diözesanen Weltjugendtage am Palmsonntag und den nächsten internationalen WJT in Sydney 2008.

Georg Austen resümierte aus seinen bisherigen Besuchen, er stelle als Tendenz für ganz Deutschland fest, dass Jugendliche selbstbewusster und sprachfähiger geworden seien hinsichtlich ihres Bezuges zu Glaube und Kirche. Auch der Wunsch nach Katechese und Glaubenswissen sei eine deutschlandweit feststellbare neue Priorität bei dem, was sich Jugendliche von der Kirche wünschten. Daran müsse angeknüpft werden.

Das geschieht im Bistum Fulda bereits: im Dekanat Neuhof startet beispielsweise gerade das Pilotprojekt zu einem Jugendglaubenskurs, auf diözesaner Ebene werden die zur Vorbereitung auf den WJT begonnen Ausbildungswochenenden für Jugendleiter unter dem Titel "church factory" weitergeführt. Schwerpunkte liegen auf der Glaubensvertiefung und dem Einsatz für konkrete Projekte der Evangelisierung. Eine ähnliche Initiative, so Georg Austen, sei auch im Bistum Paderborn nach dem WJT zum ersten Mal initiiert worden. Von seiten der Jugendkommission der deutschen Bischofskonferenz werde diese Entwicklung mit Interesse beobachtet.

Bei der kommenden Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz werde der Studientag Aufbrüchen aus dem WJT und neuen innovativen Projekten der Jugendpastoral gewidmet sein. Georg Austen nahm dazu Anregungen aus dem Bistum Fulda für die Jugendkommission mit. Im Gesamtvergleich zu dem, was er in den verschiedenen Diözesen wahrnehme, sei Fulda "mal wieder ganz vorne mit dabei", so Austen beim Abschied.



Quelle: katholisch.de